13.10.2008 · In luftgetrocknetem Schinken aus Spanien findet sich Insektengift, im Fleisch vom Wildschwein Blei aus der Jagdmunition. Äpfel, Zuchtchampignons und Wirsingkohl weisen häufig Rückstände von Pflanzenschutzmitteln auf, die erlaubte Höchstmengen deutlich übersteigen.
Von Christina HucklenbroichIn luftgetrocknetem Schinken aus Spanien fand sich Insektengift, im Fleisch vom Wildschwein Blei aus der Jagdmunition. Äpfel, Zuchtchampignons und Wirsingkohl wiesen häufig Rückstände von Pflanzenschutzmitteln auf, die erlaubte Höchstmengen deutlich überstiegen. Bei einigen Proben von Kopfsalat, Grünkohl, Austernseitlingen und Tomaten lag die Belastung sogar so hoch, dass bei einmaligem Verzehr gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht auszuschließen sind.
Das sind nur einige Ergebnisse des Lebensmittel-Monitorings für das Jahr 2007, das das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) am Montag in Berlin vorstellte. Erfasst wurden dabei unerwünschte Stoffe in Lebensmitteln - darunter Schwermetalle, Pilzgifte, Nitrat oder Rückstände von Tierarzneimitteln. „Die Anstrengungen des Handels und der Erzeuger zur Reduzierung der Rückstände von Pflanzenschutzmitteln reichen bei einigen Obst- und Gemüsearten offenbar nicht aus“, sagte BVL-Chef Helmut Tschiersky-Schöneburg.
Stilltee ist nicht immer gesund
Problematisch ist auch die Nitratbelastung von Kräutertees. Vor allem Brennesselmischungen sollten nicht mehr als „Stilltee“ für Mütter beworben werden, fordert das BVL. Der Bericht, der auf der Grundlage von Daten aus den Bundesländern erstellt wird, dokumentiert auch Verbesserungen: Häufig verzehrte Erzeugnisse wie Rindfleisch, Roggen, Honig und Bier waren 2007 nur geringfügig mit unerwünschten Stoffen belastet. Der Gehalt an Schimmelpilzgift in importierten Pistazien sank durch Kontrollen an den EU-Außengrenzen seit 1999 auf ein Fünfzigstel.
Christina Hucklenbroich Jahrgang 1978, Redakteurin im Ressort „Natur und Wissenschaft“
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