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Organspendeskandal „Der Direktor sagt, dass er nichts gewusst hat“

 ·  Professor Fleig ist medizinischer Vorstand des vom Skandal betroffenen Universitätsklinikums Leipzig. Zur Abhilfe künftig die Zahl der Transplantationszentren zu verringern, hält er nicht für sinnvoll.

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Gottfried Scherer

Widerspruch

"Ich will aber betonen, dass wirtschaftliches Handeln in der Medizin und gute Behandlungsqualität kein Widerspruch sind." Das ist aber bei Organtransplantationen wohl der Fall, weil zwei komplizierte Operationen dazu führen, dass der Empfänger zeit Lebens in Behandlung beleiben und medikamentiert werden muss. Die Krankenkassenmedizin sollte sich auf das Notwendige beschränken, einen sehr guten Standard gewährleisten und die Kassen darauf achten, dass die Preise lediglich kostendeckend sind.
Alles andere ist Luxus, den sich Reiche sollen leisten können.

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Svenja Sirisee
Svenja Sirisee (Sirisee) - 04.01.2013 21:08 Uhr

... Ärzte sind auch nur Egoisten ....

... natürlich macht es einen Unterschied aus, ob ich 5 Patienten behandele oder 35 Patienten und meine superzufrieden sind, weil sie schnell drankommen. Der Schummler ist bei Knappheitssituationen der Held...

Prof. F ist vorzuwerfen, dass er das kleinredet, anstatt den Sumpf zu benennen. Erinnert an die Schavanisten: Alles nicht schlimm und bitte keine Überreaktion.

Richtig wäre gewesen: Die Einrichtung schließen, alle entlassen und die Verantwortlichen verklagen und einsperren. Damit hätte man eine Einrichtung geopfert, aber das Signal wäre klar. So machen die Schavans an anderer Stelle weiter und manipulieren halt woanders...

Schlimm auch: Wahrscheinlich hat das Uniklinikum Leipzig jahrlelang vom hervorragenden Ruf seiner Abteilung gezehrt, der auf letztlich auf dem Leid und vielleicht sogar Tod anderer aufbaut. Herr F. sollte sich angewöhnen, jeden Tag an einen Toten öffentlich zu erinnern; vielleicht verhält er sich dann nicht mehr so Wischiwaschi.

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Reinhard Kropp

Mich würde schon sehr interessieren, wieviel in Deutschland...

...transplantiert wird im Vergleich mit Ländern ähnlicher Struktur wie etwa Skandinavien oder den USA.

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Florian Adler

Bauernopfer oder ein paar Eisbergspitzen?

Je mehr der wenigen abgestimmten Details das Licht der Öffentlichkeit erblicken, desto mehr gewinnt man den Eindruck, dass – geschützt von ihren Trägern - eine ganze Industrie blickdicht und finanzkomfortabel mit immensen Wachstumsvorgaben installiert wurde. Die Antwort zu der Frage der Halbierung der Transplantationszentren ist mehr als erhellend. Die Fallpauschalen für die Dialysen spielten beim wirtschaftlichen Handeln sicherlich auch noch eine Rolle.

Je mehr man sich mit dem Thema beschäftigt, desto mehr Fragen tauchen auf, z.B. welche Diagnose(n) sind eigentlich die führenden, die bei diesen vielen schwerstkranken Patienten zu einer Lebertransplantation führen? Krankenunterlagen müssen 10 Jahre aufbewahrt werden; wird in allen Transplantationszentren dieser Zeitraum überprüft?

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Stephan Achner

Probleme mit der Wahrheit?

Auf die Frage, ob Aerzte in der Uniklinik Leipzig nach der Zahl der Transplantationen bezahlt werden, antwortet Herr Prof.Fleig mit einem klaren Nein. Dann sagt er aber, dass die leitenden Aerzte einen variablen Vergütungsanteil erhalten, der sich u.a. am Ziel der "Gesamtjahresleistung" der jeweiligen Klinik bemisst. Dies ist die "Summe der Punktwerte für Fallpauschalen", die das Krankenhaus von den Krankenkassen erhält. Aber Herr Prof. Fleig, diese Summe wird doch maßgeblich von der Zahl der Transplantationspatienten bestimmt! Demnach spielt sehr wohl die Zahl der Patienten eine prinzipielle Rolle bei der Bezahlung der Aerzte in der Uniklinik Leipzig! Ungewollte Unwahrheit oder Unwissenheit?

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Karola Schramm
Karola Schramm (Alorak) - 04.01.2013 18:21 Uhr

So ein Denken muss man erst verstehen lernen

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass mir hier jemand "was vom Pferd" erzählen will, dass es z.B. keine wirtschaftlichen Interessen bei Organtransplantationen gebe. Wenn das so ist, warum sollten dann Zentren nicht verringert werden ?

Es geht um eine Vormachtstellung der Uni-Klinik anderen Kliniken gegenüber, aber bei ca. 20 Transplatationen im Jahr lohne sich der ganze Aufwand nicht, bzw. man machte dann ein Verlustgeschäft.

Mir kann kein Arzt der Welt erzählen, dass "Wirtschaftliches Handeln in der Medizin und gute Behandlungsqualität kein Widerspruch sind". Wäre es so, könnten die Kliniken auch mit weniger Leber-Transpl. zufrieden sein, denn 20 retten oder keinen - ist schon ein Unterschied.

Ebenfalls absurd das Denken in Angebot und Nachfrage, bzw. je mehr Organe, desto weniger Manipulationen. Bei diesem Denken wird der kriminelle Faktor einfach auf die Bevölkerung geschoben, die nicht willig ist, Organe zu spenden. Fazit: Selber Schuld, wenn wir schummeln.

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