04.01.2013 · Professor Fleig ist medizinischer Vorstand des vom Skandal betroffenen Universitätsklinikums Leipzig. Zur Abhilfe künftig die Zahl der Transplantationszentren zu verringern, hält er nicht für sinnvoll.
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"Ich will aber betonen, dass wirtschaftliches Handeln in der
Medizin und gute Behandlungsqualität kein Widerspruch sind."
Das ist aber bei Organtransplantationen wohl der Fall, weil zwei
komplizierte Operationen dazu führen, dass der Empfänger zeit
Lebens in Behandlung beleiben und medikamentiert werden muss. Die
Krankenkassenmedizin sollte sich auf das Notwendige beschränken,
einen sehr guten Standard gewährleisten und die Kassen darauf
achten, dass die Preise lediglich kostendeckend sind.
Alles andere ist Luxus, den sich Reiche sollen leisten können.
... Ärzte sind auch nur Egoisten ....
... natürlich macht es einen Unterschied aus, ob ich 5 Patienten
behandele oder 35 Patienten und meine superzufrieden sind, weil sie
schnell drankommen. Der Schummler ist bei Knappheitssituationen der Held...
Prof. F ist vorzuwerfen, dass er das kleinredet, anstatt den Sumpf zu
benennen. Erinnert an die Schavanisten: Alles nicht schlimm und bitte
keine Überreaktion.
Richtig wäre gewesen: Die Einrichtung schließen, alle
entlassen und die Verantwortlichen verklagen und einsperren. Damit
hätte man eine Einrichtung geopfert, aber das Signal wäre
klar. So machen die Schavans an anderer Stelle weiter und manipulieren
halt woanders...
Schlimm auch: Wahrscheinlich hat das Uniklinikum Leipzig jahrlelang vom
hervorragenden Ruf seiner Abteilung gezehrt, der auf letztlich auf dem
Leid und vielleicht sogar Tod anderer aufbaut. Herr F. sollte sich
angewöhnen, jeden Tag an einen Toten öffentlich zu erinnern;
vielleicht verhält er sich dann nicht mehr so Wischiwaschi.
Mich würde schon sehr interessieren, wieviel in Deutschland...
...transplantiert wird im Vergleich mit Ländern ähnlicher Struktur wie etwa Skandinavien oder den USA.
Bauernopfer oder ein paar Eisbergspitzen?
Je mehr der wenigen abgestimmten Details das Licht der
Öffentlichkeit erblicken, desto mehr gewinnt man den Eindruck, dass
– geschützt von ihren Trägern - eine ganze Industrie
blickdicht und finanzkomfortabel mit immensen Wachstumsvorgaben
installiert wurde. Die Antwort zu der Frage der Halbierung der
Transplantationszentren ist mehr als erhellend. Die Fallpauschalen
für die Dialysen spielten beim wirtschaftlichen Handeln sicherlich
auch noch eine Rolle.
Je mehr man sich mit dem Thema beschäftigt, desto mehr Fragen
tauchen auf, z.B. welche Diagnose(n) sind eigentlich die führenden,
die bei diesen vielen schwerstkranken Patienten zu einer
Lebertransplantation führen? Krankenunterlagen müssen 10 Jahre
aufbewahrt werden; wird in allen Transplantationszentren dieser Zeitraum überprüft?
Auf die Frage, ob Aerzte in der Uniklinik Leipzig nach der Zahl der Transplantationen bezahlt werden, antwortet Herr Prof.Fleig mit einem klaren Nein. Dann sagt er aber, dass die leitenden Aerzte einen variablen Vergütungsanteil erhalten, der sich u.a. am Ziel der "Gesamtjahresleistung" der jeweiligen Klinik bemisst. Dies ist die "Summe der Punktwerte für Fallpauschalen", die das Krankenhaus von den Krankenkassen erhält. Aber Herr Prof. Fleig, diese Summe wird doch maßgeblich von der Zahl der Transplantationspatienten bestimmt! Demnach spielt sehr wohl die Zahl der Patienten eine prinzipielle Rolle bei der Bezahlung der Aerzte in der Uniklinik Leipzig! Ungewollte Unwahrheit oder Unwissenheit?
So ein Denken muss man erst verstehen lernen
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass mir hier jemand "was vom
Pferd" erzählen will, dass es z.B. keine wirtschaftlichen
Interessen bei Organtransplantationen gebe. Wenn das so ist, warum
sollten dann Zentren nicht verringert werden ?
Es geht um eine Vormachtstellung der Uni-Klinik anderen Kliniken
gegenüber, aber bei ca. 20 Transplatationen im Jahr lohne sich der
ganze Aufwand nicht, bzw. man machte dann ein Verlustgeschäft.
Mir kann kein Arzt der Welt erzählen, dass "Wirtschaftliches
Handeln in der Medizin und gute Behandlungsqualität kein
Widerspruch sind". Wäre es so, könnten die Kliniken auch
mit weniger Leber-Transpl. zufrieden sein, denn 20 retten oder keinen -
ist schon ein Unterschied.
Ebenfalls absurd das Denken in Angebot und Nachfrage, bzw. je mehr
Organe, desto weniger Manipulationen. Bei diesem Denken wird der
kriminelle Faktor einfach auf die Bevölkerung geschoben, die nicht
willig ist, Organe zu spenden. Fazit: Selber Schuld, wenn wir schummeln.