30.03.2005 · Wer keine Organe spendet, soll auch im Notfall selbst keine bekommen, so die Meinung von Manfred Weber, Vorsitzender der Gesellschaft für Innere Medizin. Er fordert, die Haltung zur Organspende regelmäßig verpflichtend bei der Verlängerung des Personalausweises abzufragen.
Wer keine Organe spendet, soll nach Meinung des Vorsitzenden der Gesellschaft für Innere Medizin, Manfred Weber, im Notfall auch selbst keine bekommen. Die Haltung zur Organspende sollte regelmäßig verpflichtend bei der Verlängerung des Personalausweises abgefragt werden, schlug Weber am Mittwoch auf dem Deutschen Internistenkongreß in Wiesbaden vor. „Wer dabei Nein sagt, bekommt auch nichts.“
In Nordrhein-Westfalen kämen nur neun Organspender auf eine Million Einwohner. „Die Situation ist katastrophal.“ Menschen, die ihren Beitrag verweigerten, sollten auch Nachteile bei den Leistungen haben, sagte Weber.
Heidelberger Tollwut-Patient entlassen
Derzeit stehen in Deutschland rund 12 000 Menschen auf der Warteliste für eine Transplantation, allein 9 500 Patienten warten auf eine neue Niere. 2004 waren in Deutschland etwa 2 000 Nieren verpflanzt worden. Die Erfolgsaussichten des Eingriffs sind nach Angaben der Gesellschaft gut: Nach einem Jahr funktionierten noch fast 90 Prozent der transplantierten Nieren.
Das Thema Organspende ist im Februar durch die nach mehreren Transplantation aufgetretenen Fälle von Tollwut ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Drei Menschen waren an Tollwut gestorben, nachdem sie Organe einer infizierten Spenderin empfangen hatten. Die Frau hatte sich wahrscheinlich in Indien mit der Krankheit infiziert. Ein erkrankter Patient aus Marburg schwebt noch immer in Lebensgefahr. Ein weiterer Transplantationspatient, dem die Leber der Spenderin eingepflanzt wurde, konnte heute aus der Universitätsklinik Heidelberg entlassen werden. Eine Impfung während seiner Kindheit habe ihm das Leben gerettet, hieß es.