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Niedersachsen Neue Analysen bestätigen Fleischskandal

10.11.2005 ·  Im Skandal um verdorbenes Geflügelfleisch haben neue Untersuchungen die Vorwürfe gegen zwei Betriebe im niedersächsischen Kreis Cloppenburg bestätigt: Von den Fleischproben war ein gutes Drittel eindeutig vergammelt.

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Im Skandal um verdorbenes Geflügelfleisch haben neue Untersuchungen die Vorwürfe gegen zwei Betriebe im niedersächsischen Kreis Cloppenburg bestätigt. Wie das Landesamt für Verbraucherschutz (LAVES) und die Staatsanwaltschaft am Donnerstag in Oldenburg bekannt gaben, waren von 68 Fleischproben aus den Betrieben in Lastrup und Lindern 24 Proben oder ein gutes Drittel eindeutig verdorben.

Weitere zwölf Proben stufte das LAVES als „fraglich“ ein und will sie weiter analysieren. Nur 32 und damit weniger als die Hälfte der Proben waren unauffällig. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg beschlagnahmte nach eigenen Angaben bei den Durchsuchungen in Lastrup und Lindern und bei bundesweit 15 Abnehmern der beiden Geflügelverarbeiter zu rund 90 Prozent Putenfleisch und zu rund 10 Prozent Hähnchenfleisch. Das Putenfleisch sei wahrscheinlich von dem Betrieb in Lindern aus dem Ausland importiert worden, sagte der Sprecher der Ermittlungsbehörde, Bernard Südbeck. Gegen den Geschäftsführer der Betriebe in Lastrup und Lindern ermittle man weiter wegen gewerbsmäßigen Betruges und Verstoßes gegen Lebensmittelgesetze.

Mit Wasser aufgespritzt

Südbeck zufolge werden Fleischproben auch noch mikrobiologisch und auf eingespritztes Fremdwasser und Fremdstoffe untersucht. Eine vierköpfige Ermittlungsgruppe der Polizei gehe zudem weiterhin dem Verdacht nach, „daß mit einer Injektionsmaschine Wasser unter Zusatz eines Wasserbindemittels in Putenbrust-Fleisch gespritzt wurde“. So sei wahrscheinlich das Gewicht des Fleisches um 30 Prozent erhöht worden „Auf diese Weise aufgespritztes Fleisch ist nicht verkehrsfähig“, betonte der Staatsanwalt. Es bestehe der Verdacht, daß mehrere Tonnen mit Wasser manipulierten Puten-Fleisches in den Handel gelangt seien. Das Landesamt für Verbraucherschutz fand allerdings bei chemischen Analysen von bislang 32 Fleischproben kein Fremdwasser oder Zusatzstoffe.

Den Angaben zufolge wurde mittlerweile auch bei zwei Abnehmern der beiden niedersächsischen Betriebe verdorbenes Fleisch gefunden. Das Veterinäruntersuchungsamt im nordrhein-westfälischen Arnsberg habe drei von fünf bei einem Abnehmer genommene Proben als verdorben eingestuft. Bei dem Fleisch sei erheblicher Geruch und eine hygienisch bedenkliches Keimwachstum festgestellt worden. Drei weitere in einem Betrieb in Solingen genommene Proben habe das Veterinäruntersuchungsamt Krefeld als säuerlich und faulig und eindeutig genußuntauglich bewertet. Demgegenüber seien in Berlin bei einem weiteren Abnehmer genommene Proben als unbedenklich gewesen. Die Ermittlungen hätten bislang keine Anhaltspunkte für ein Verschulden der niedersächsischen Aufsichtsbehörden ergeben.

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