http://www.faz.net/-gum-8yb4r

Neue Studie : Smartphones können Kinder krank machen

Ein Junge sitzt mit seinem Schulranzen auf einer Tischtennisplatte auf einem Spielplatz in Berlin und spielt auf einem Smartphone. Bild: dpa

Schlaf- und Sprachstörungen, Hyperaktivität, Fettleibigkeit: Das sind nur einige der möglichen Folgen, wenn Kinder zu viel am Smartphone hängen. Ein Experte rät deswegen: „Handys nicht vor dem zwölften Geburtstag.“

          Wer seinem Nachwuchs früh Smartphone und Co. in die Hand drückt oder selbst durch digitale Medien abgelenkt ist, gefährdet die Entwicklung seines Kindes. Das lässt eine Untersuchung des Kölner Instituts für Medizinökonomie und Medizinische Versorgungsforschung vermuten, deren Ergebnisse am Montag in Berlin vorgestellt worden sind. Laut den Wissenschaftlern besteht etwa bei Zwei- bis Fünfjährigen ein signifikanter Zusammenhang zwischen einer halbstündigen Nutzung von Bildschirmmedien und motorischer Hyperaktivität, Konzentrationsstörungen, allgemeiner psychischer Auffälligkeit sowie Problemen bei der Sprachentwicklung.

          Auch litten zum Beispiel Säuglinge unter Fütter- und Einschlafstörungen, wenn ihre Mütter während der Betreuung digitale Medien benutzten. Für die Studie, die im September veröffentlicht werden soll, wurden 80 Kinderärzte in 15 Bundesländern Eltern und Kinder befragt. Insgesamt verfügen die Autoren über Daten zu rund 5600 Kindern und Jugendlichen.

          Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, bezeichnete die Studie als „absolutes Novum“. Sie zeige „welche gesundheitlichen Folgen Kinder erleiden können, wenn sie im digitalen Kosmos allein gelassen werden“. Man müsse, sagte Mortler, „die gesundheitlichen Risiken der Digitalisierung ernst nehmen“. Uwe Büsching vom Berufsverband der Kinder -und Jugendärzte warnte, zu frühe Mediennutzung habe negativen Einfluss auf die Hirnentwicklung. Es sei fatal, wenn Eltern zur Beruhigung von Kindern das Smartphone aus der Tasche zögen. Seine Empfehlung: „Handys nicht vor dem zwölften Geburtstag.“

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Du musst nicht lügen Video-Seite öffnen

          Facebook : Du musst nicht lügen

          Eigentlich sehen die Regeln von Facebook vor, dass ein Nutzer mindestens dreizehn Jahre alt sein muss. Jetzt präsentiert das Unternehmen eine Spezialversion seines Messengers für Kinder.

          Netanjahu greift Erdogan an Video-Seite öffnen

          Konflikte um Jerusalem : Netanjahu greift Erdogan an

          Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Israel als "terroristischen Staat" bezeichnet, der "Kinder tötet". Israels Premierminister Benjamin Netanjahu reagiert bei einem Treffen mit dem französischen Präsidenten in Paris deutlich auf Erdogans Vorwürfe und greift ihn direkt an.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Ilse Aigner vor bayerischer Landschaft: Ist sie die Frau von morgen?

          Bayerische Mentalitäten : Auf doppeltem Boden

          Angeblich rückt Bayern heute dem Rest von Deutschland noch ein Stückchen näher. Kann es aber sein, dass sich Bayern zugleich von sich selbst entfernt?
          Der Unternehmenssitz des Spezialmaschinenbauers Aixtron

          Börsenstars 2017 : Der Tec-Dax hängt alle ab

          Kennen Sie Firmen wie Siltronic und Aixtron? Sollten Sie. Denn sie locken mit hohen Gewinnen. Auch generell lohnt sich ein Blick auf den Tec-Dax.
          Piekt es oder piepst es? Der Job des Paketboten – abgebildet ist nicht unser Gesprächspartner – birgt Überraschungen.

          Interview mit Paketbote : „Ich verdränge die Sorge“

          In Deutschland werden scharfe Sprengsätze verschickt, um den Zusteller DHL zu erpressen. Wie erlebt das eigentlich ein Paketbote? Ein Interview über das Arbeiten in Zeiten des Erpressungsversuchs, Pakete, die plötzlich anfangen zu piepsen und Polizisten, die sich hinter Autos verstecken.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.