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Neue Infektion : Liberia meldet Rückschlag im Kampf gegen Ebola

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Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde auf einem Friedhof in Liberia: Das Land hofft auf ein Ende der Ebola-Epidemie. Bild: AP

Das von Ebola am schwersten betroffene Land war auf dem Weg, die Epidemie vollständig zu besiegen. Nun macht eine neue Infektion Liberias Hoffnung vorerst zunichte.

          Liberia hat im Kampf gegen die Ebola-Seuche einen Rückschlag erlitten. Erstmals seit mehreren Wochen kam es zu einer Neuinfektion. Eine 44 Jahre alte Frau sei positiv auf das Virus getestet worden, sagte Informationsminister Lewis Brown am Freitag. Er sprach von einem Rückschlag für das Land. Laut der Weltgesundheitsbehörde WHO ist es der erste Fall seit 16 Tagen, der Regierung zufolge sogar seit 27 Tagen.

          Liberia war von der jüngsten Ebola-Epidemie in Westafrika am schwersten getroffen worden. Von den insgesamt mehr als 10.000 Opfern kamen 4000 aus Liberia. Die Regierung hatte gehofft, das Land bis Mitte April für Ebola-frei erklären zu können. Dazu darf es 42 Tage - also die doppelte Inkubationszeit - nicht zu neuen Krankheitsfällen kommen.

          Auch im benachbarten Guinea gab es nach jüngsten Anzeichen für einen Rückzug des Virus einen Rückschlag: Die Zahl der Ebola-Fälle ist zuletzt wieder gestiegen. Wo sich die neue Patientin in Liberia infizierte, war zunächst unklar. Alle Kontaktpersonen der letzten bekannten Ansteckungsfälle hatten die 21-tägige Beobachtungsphase nach WHO-Angaben beendet. Bis zum 15. März wurden zwar 125 Verdachtsfälle gemeldet, von denen sich jedoch keiner bestätigte.

          Fortschritte bei Kampagne gegen Genitalverstümmelung

          Die Angst vor Ebola sorgt unterdessen offenbar für einen Rückgang von Genitalverstümmelungen bei Frauen in Sierra Leone und Liberia. Die Gelegenheit müsse dringend genutzt werden, um der Praxis endgültig ein Ende zu setzen, erklärte die britische Entwicklungshilfe-Ministerin Lindsey Northover am Freitag.

          Videografik : Wie Ebola den Körper zerstört

          Als Teil ihrer Kampagne gegen die Ausbreitung von Ebola hatte die Regierung in Sierra Leone eine Geldstrafe für die Entfernung der äußeren Genitalien bei Frauen verhängt. Wegen der Reisebeschränkungen können zudem die Feste nicht stattfinden, auf denen zahlreiche Mädchen auf einmal verstümmelt werden, oft mit derselben Klinge.

          In Sierra Leone sind etwa 88 Prozent der Frauen von der Verstümmelung betroffen. Menschenrechtsaktivisten zufolge ist es dort besonders schwierig der Praxis beizukommen, weil das Ritual von mächtigen Geheimgesellschaften überwacht wird. Vielen Mädchen werde gesagt, dass sie sterben müssten, wenn sie jemanden von dem Eingriff erzählten. Weltweit wird die Zahl der Fälle auf etwa 140 Millionen geschätzt. In Deutschland leben nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums etwa 25.000 Frauen, deren Genitalien verstümmelt wurden.

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