24.07.2007 · Einem Wirt, in dessen Kneipe sich ein 16-Jähriger bei einem Wetttrinken zu Tode gesoffen hatte, wird Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen. Der Wirt sitzt deshalb in Untersuchungshaft. Das teilte die Polizei in Berlin mit.
Nach einem tödlichen Wett-Trinken mit einem Jugendlichen sitzt ein Berliner Kneipenwirt in Untersuchungshaft. Dem 26-Jährigen werde Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen, teilte die Polizei am Dienstag mit. Der Wirt soll nach Angaben einer Sprecherin einem 16-Jährigen bei dem Gelage am 25. Februar 40 Gläser hochprozentigen Tequila ausgeschenkt haben, er selbst habe sehr viel weniger getrunken und den Jugendlichen getäuscht. Der Gymnasiast fiel ins Koma, aus dem er nicht wieder erwachte. Ende März starb der Junge an den Folgen der Alkoholvergiftung.
Der Wirt soll zudem den zusammengebrochenen Schüler hilflos zurückgelassen und aus dem Lokal gegangen sein. Gäste alarmierten die Rettungskräfte. Der Wirt habe zuvor schon einmal mit einem 18-Jährigen Schnaps um die Wette getrunken, hieß es. Dieser junge Mann habe aber keine gesundheitlichen Schäden davon getragen. Das Charlottenburger Lokal ist laut Polizei inzwischen geschlossen.
Vor allem „Flatrate-Partys“
Der Fall im Februar hatte bundesweit eine Debatte über Alkoholexzesse und das so genannte Koma-Saufen von Jugendlichen ausgelöst. Vor allem „Flatrate-Partys“, bei denen Kneipengänger zum Pauschalpreis unbegrenzt trinken dürfen, gerieten in die Kritik. In den vergangenen Wochen hatten in Berlin immer wieder junge Menschen Alkohol bis zur Bewusstlosigkeit in sich hineingeschüttet. Sie mussten in Kliniken behandelt werden.
Laut Gesetz dürfen Bier, Wein und Sekt nicht an unter 16-Jährige, branntweinhaltige Getränke nicht an unter 18-Jährige abgegeben werden. Außerdem ist Wirten nicht erlaubt, offensichtlich Betrunkenen weiter Alkohol auszuschenken. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden wurden im Jahr 2000 etwa 9500 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 10 bis unter 20 Jahren mit einer Alkoholvergiftung stationär im Krankenhaus behandelt. Im Jahr 2005 waren es mit 19.400 bereits mehr als doppelt so viele.
Eine Britische Erkrankung, das Todsaufen
Peter Slater (Wales-Rhondda)
- 24.07.2007, 19:51 Uhr