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Verschmutzung : „Millionen Kinder sterben durch vergiftete Umwelt“

Ein Mädchen am Ufer des Titicacas-Sees in Peru: Stark belastete Abwässer aus den nahe gelegenen Städten und illegale Goldminen in den Anden leiten bis zu 15 Tonnen Quecksilber pro Jahr in den See. Bild: dpa

Abgase, verseuchtes Wasser und Chemikalien bedrohen nicht nur die Natur, sondern auch das Leben vieler Kinder. Die Weltgesundheitsorganisation sieht dringenden Handlungsbedarf.

          Fünf der häufigsten Todesursachen von Kindern unter fünf Jahren lassen sich auf Umweltbelastungen zurückführen, die eigentlich vermeidbar sind. Zu den tödlichen Gefahren gehören der Rauch, der beim Kochen über offenem Feuer, aber auch durch Tabakprodukte entsteht, verseuchtes Wasser, fehlende Toiletten und mangelnde Hygiene. Die Folgen sind häufig Lungenentzündungen, Durchfall und Malaria. Insgesamt sterben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich rund 1,7 Millionen Kinder, weil sie in einer verschmutzten oder vergifteten Umgebung aufwachsen müssen.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Die Belastungen beginnen oft schon vor der Geburt im Bauch der Mutter. Besonders lebensgefährlich sind Atemwegserkrankungen durch verschmutze Luft und Passivrauchen, ursächlich für den Tod von gut 570.000 Kindern jährlich. 361.000 Kinder unter fünf Jahren sterben an Durchfallerkrankungen, weitere 270.000 Kinder, weil ihnen der Zugang zu sauberem Wasser verwehrt ist.

          Malaria steht als Todesursache für 200.000 Kinder in dem WHO-Bericht, weil Wasserstellen oft nicht ordnungsgemäß abgedeckt und zu Brutstätten für Mücken werden. Noch einmal 200.000 Kinder kommen jedes Jahr bei vermeidbaren Unfällen ums Leben: Sie vergiften sich, stürzen zu Tode oder ertrinken, weil Gefahren in ihrer Umgebung übersehen werden.

          Die WHO sieht großen Handlungsbedarf, auch angesichts immer neuer Umweltbelastungen wie Giften, die in Elektronikschrott stecken, der unsachgemäß entsorgt wird. Familien in armen Ländern müssten in die Lage versetzt werden, ohne Rauch kochen und heizen zu können, Schulen benötigten saubere Toiletten, Gesundheitsstationen sauberes Wasser. In Städten müssten zudem mehr Grünflächen und sichere Radwege angelegt werden. Der öffentliche Verkehr sollte weniger Emissionen produzieren, die Industrie den Einsatz von Chemikalien zurückfahren und giftige Abfälle besser entsorgen.

          Quelle: F.A.Z.

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