10.11.2004 · Hätte das Antirheumamittel „Vioxx“ niemals auf den Markt kommen dürfen? Studien haben angeblich schon vor Jahren Ergebnisse geliefert, die auf schwere Nebenwirkungen hindeuteten.
Die Nebenwirkungen des Antirheumatikums "Vioxx", das vom amerikanischen Pharmahersteller Merck Ende September aus dem Markt genommen wurde, hätten offenkundig schon vor vier Jahren erkannt werden können.
Das geht aus einer Metaanalyse von achtzehn randomisierten Studien und elf Beobachtungsstudien hervor, die nach der Markteinführung des Cox-2-Hemmers vorgenommen worden waren. Im September 2000, so schreibt der Leiter der Untersuchung, Peter Jüni von der Universität Bern, in einer Online-Veröffentlichung der Zeitschrift "Lancet", hätten 52 von knapp 20.000 Patienten eine Herzattacke erlitten - doppelt so viele wie Patienten, die mit Placebo oder nichtsteroidalen Mitteln behandelt worden waren.
Studie belegt Gefahr von Gefäßverstopfung
In der Zeitschrift "Artheriosclerosis" berichten Mary Walter und Robert Jacob vom amerikanischen Forschungsinstitut Elucida Research über die Ergebnisse einer zweijährigen Untersuchung, die zeigen, daß der Vioxx-Wirkstoff Rofecoxib offenkundig die Empfindlichkeit von LDL-Lipiden gegenüber freien Sauerstoffradikalen steigert und so die Gefäßverstopfung fördert - zumindest mehr steigert als der Cox-2-Hemmer Celebrex.