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Medikamente gegen Brustkrebs : Ein Päckchen Hoffnung

Knapp 20 Einzelimporteure in Deutschland

Für viele Kranke, bei denen die Ärzte schon alle bewährten Therapien ausgeschöpft haben, bleibt, sofern weiter behandelt werden soll, nur Möglichkeit Nummer drei: der Einzelimport eines anderswo bereits zugelassenen Medikaments - für einen bestimmten Patienten, auf Verordnung eines Arztes, und auch nur dann, wenn kein vergleichbarer Wirkstoff auf dem üblichen Weg zu haben ist. Um diese Fälle kümmert sich The Social Medwork.

Das Unternehmen ist nicht das erste, das neue Medikamente auf diesem Weg nach Deutschland holt. Knapp 20 Einzelimporteure, bei denen Apotheken oder Kliniken die Medikamente bestellen können, gibt es in Deutschland. Sie sind im Internet zu finden, aber man darf sich das nicht wie eine Versandapotheke vorstellen: Was die Importeure verkaufen, listen sie nicht auf.

Mit solchen Firmen arbeitet auch The Social Medwork zusammen, weil es nicht selbst die Lizenz zum Importieren hat. Das Start-up will ansonsten aber alles anders machen - und günstiger. Das fängt mit einem begrenzten Angebot an. The Social Medwork vermittelt zur Zeit nur 21 Medikamente, 19 gegen Krebs, eines gegen die Nervenkrankheit ALS und eines gegen multiple Sklerose. „Wir nehmen nicht automatisch alles auf, was schon in den Vereinigten Staaten oder anderswo zugelassen worden ist“, sagt Katrin Schepp, Sprecherin des Unternehmens in Deutschland.

 Behandlung mit Chemotherapeutikum ist teuer und langwierig

Apotheker, Mediziner und Juristen bewerten die Zulassungsstudien selbst noch einmal und - auch das gibt es bislang noch nicht - informieren die Patienten: über Studien, Zulassungsprozedere, Importbedingungen. „Das sind allgemeine Informationen, und sie ersetzen nicht den ärztlichen Rat“, sagt Schepp. Das ist an der Grenze, alles andere nicht erlaubt: Will jemand nicht zugelassene Medikamente importieren, braucht es immer ein Rezept von einem Arzt, der bereit ist, das Präparat zu verabreichen.

Das Medikament „Palbociclib“ ist ein Chemotherapeutikum. Wie alle Medikamente dieser Art ist es teuer: Durchschnittlich zwölf Monate dauert eine Behandlung damit, mehr als 90 000 Euro kostet sie dann. Weder gesetzliche noch private Krankenkassen müssen Medikamente wie dieses bezahlen - es ist aber durchaus möglich, dass sie das tun. Bei gesetzlichen Kassen prüft in der Regel der Medizinische Dienst die Anträge.

Weil das dauern kann, müssen die Kranken das Geld für die Therapie fast immer selbst vorstrecken. Die Margen, die die Importeure auf den Preis der Medikamente draufschlagen, sind teilweise üppig und können durchaus bei 20 Prozent liegen. Erst kürzlich hat das Landgericht Dresden eine Apotheke zur Rückzahlung von 15 000 Euro verurteilt, weil das Medikament dem Urteil zufolge auch günstiger hätte verkauft werden können. The Social Medwork verspricht eine Marge von weniger als zehn Prozent.

Es ist nicht klar, wie viele schwerkranke Patienten überhaupt in die Lage kommen, den Dienst zu benötigen - und es wird nirgendwo gezählt, wie viele Einzelimporte es landesweit gibt. Sicher ist nur: Zwei Drittel aller neuen Medikamente werden zuerst in den Vereinigten Staaten zugelassen. Danach stellen die Pharmafirmen ihren Antrag auch in Brüssel - was meistens nichts mit medizinischen und viel mit marktwirtschaftlichen Überlegungen zu tun hat.

Die Europäische Arzneimittelagentur macht dann dasselbe wie die amerikanische zuvor: Sie wägt den Nutzen des Medikaments gegen sein Risiko ab. Im Durchschnitt dauert das zwei Jahre, manchmal verweigern die Mediziner in Brüssel anders als ihre Kollegen in Amerika die Zulassung. So oder so: Bis dahin ist die Zeit für viele Patienten mit schweren Krankheiten schon abgelaufen.

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