05.11.2008 · Drei Prozent der Spanier zwischen 15 und 64 Jahren schnupfen regelmäßig Kokain. Damit liegen die Südländer international weiterhin an erster Stelle vor Amerika, Großbritannien und Italien. Deutschland belegt einen der hinteren Plätze.
Von Leo Wieland, MadridDie Spanier schnupfen im internationalen Vergleich weiterhin am meisten Kokain. Wie aus den neuesten Umfragedaten hervorgeht, die von Gesundheitsminister Bernat Soria und Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba in Madrid vorgelegt wurden, konsumieren drei Prozent der Spanier zwischen fünfzehn und vierundsechzig Jahren regelmäßig oder zumindest gelegentlich dieses Rauschgift. Sie übertreffen damit die Vereinigten Staaten (2,8 Prozent), Großbritannien (2,4) und Italien (2,1). Deutschland liegt mit einem Prozent in der unteren Skala.
Die Kokainsucht steht nach Darstellung des Gesundheitsministers in engem Zusammenhang mit „gesellschaftlichem Erfolg“. In Spanien wird nicht nur am meisten Kokain konsumiert, sondern auch am meisten beschlagnahmt, rund 40 Tonnen im Jahr. Bei anderen legalen und illegalen Rauschgiften verzeichnen die Statistiker einen leichten Rückgang. Das gilt für Tabak (noch rauchen knapp 30 Prozent der spanischen Bevölkerung), Alkohol (zehn Prozent, bei drei Prozent „Risikotrinkern“) und Marihuana (1,5). Bei Heroin und künstlichen Drogen, etwa Ecstasy, wurden erhebliche Rückgänge vermerkt, die zum Teil wohl auf einen schwierigeren Zugang zurückzuführen sind.
Leo Wieland Jahrgang 1950, politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel, Marokko und Tunesien mit Sitz in Madrid.
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