18.01.2013 · Eine Welle der Empörung ist über die beiden katholischen Kliniken in Köln hereingebrochen, die eine junge, offenbar vergewaltigte Frau abgewiesen hatten. Die Träger entschuldigten sich für das „Missverständnis“. Nun wird über rechtliche Folgen diskutiert.
Von Reiner Burger, KölnRichtlinien für Lesermeinungen
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Mehrere Berichte schreiben die Frau sei auf einer Parkbank in Kalk
aufgewacht - das ist die andere Rheinseite. Da fragt man sich warum
ausgerechnet die katholischen Kliniken weiter weg gefragt wurden.
Express schreibt daß Frauen wohl mehrfach bei diesen Kliniken die
"Pille danach" angefragt und auch erhalten hätten nur um
anschließend diese Kliniken beim Erzbistum zu verpetzen. Mich
stört immer wieder diese Empörungsrhetorik statt erstmal die
Fußarbeit einer vernünftigen Recherche zu machen.
Um eines klarzustellen: selbst wenn ich nicht gewillt bin die Pille
danach zu verschreiben (war übrigens durch die Notärztin schon
geschehen) MUSS ich die medizinische Versorgung übernehmen. Daran
gibt es nichts zu rütteln.
Entgegen aller Medienschelte bin ich der Ansicht daß die
katholische Kirche durchaus das Recht hat die "Pille danach"
nicht zu verschreiben. Genauso übrigens wie jeder Mensch das Recht
behalten sollte sich gegen Organtransplantation zu entscheiden.
Das interessanteste sind die Kommentare
Offensichtlich gibt es einen Widerwillen gegenüber der kath. Kirche.
Man scheint sich an bestimmten Dogmen zu reiben:
- Einstellung zur praktizierten Homosexualität
- Sicht auf das ungeborene Leben
- Zölibat
- Hierarchische Strukturen
Religiöser Hass war schon immer ein Problem der Deutschen
Das St. Vinzenz Krankenhaus liegt in Nippes in der Merheimer Str., das Heilig - Geist Krankenhaus liegt in Longerich in der Graseggerstr, zu erreichen über die Neußer Str., zwischen beiden Krankenhäusern liegt der Stadtteil Weidenpesch. Die Uniklinik liegt gleich außerhalb der Innenstadt in Lindenthal in der Kerpener Str., zu erreichen über die Innere Kanalstr. Zwischen St. Vinzenz und der Uniklinik liegt der Stadtteil Ehrenfeld. Die Fahrzeit von St. Vinzenz aus ist vermutlich in etwa gleich. Das evangelische Krankenhaus ist mir nicht bekannt.
Hat eigentlich jemand Ortskenntnisse und kann einmal darlegen wo
sich
-die Notdienst Praxis
-dieses St. Vinzenz Krankenhaus
-die Uni-Klinik Köln
-das erwähnte evangelische Krankenhaus
-und das andere katholische Krankenhaus
befinden ?
Herr Fischer, wenn Ihr Stil die heutige Diskussionskultur in der CDU widerspiegelt
dann wird diese Partei sich fragen lassen müssen, wie sie
konservativ katholische Wähler in Zukunft noch halten will.
Offenbar haben sich "progressive" Kräfte, wie Sie, in der
CDU längst von allen konservativen Positionen verabschiedet und
suchen eine Allianz mit den GRÜNEN und deren Weltbild.
Dafür glaubt man auch die Katholische Kirche schleifen zu
müssen, um den Weg für diese Allianz frei zu machen. Die
Brutalität, mit der dabei vorgegangen wird, übertrifft noch
die der GRÜNEN Ikonen, wie Trittin und Co.
Herr Fischer, ich teile da die Auffassung des Papstes
Aber das Sie nun ausgerechnet den Papst zu Ihrem Gewährsmann machen, erstaunt mich nun doch, bezeichnen Sie ihn doch sonst nur als "Führer", der einer Demokratisierung der Katholischen Kirche im Sinne der Bewegung "Wir sind Kirche" im Wege steht.
Wirklich schlimm, Herr Fischer,
Sie sollten sofort aus diesem Sündepfuhl austreten!
urteilen-verurteilen-beurteilen
Daß die katholische Kirche und ihre Mitglieder Werte vertreten und versuchen, nach bestem Wissen und Gewissen mit allen Unzulänglichkeiten danach zu leben ist vollkommen legitim und gilt für alle Religionen. "Richten" oder "urteilen" bedeutet hier, sich nach diesen Werten auszurichten. Es bedeutet nicht "verurteilen". Das gilt weder für das verzweifelte Vergewaltigungsopfer noch für die verunsicherten Angestellten des Krankenhauses. Verurteilen kann nur Gott, und dieser Vorgang entzieht sich unserer Beurteilung und unserem Vorstellungsvermögen. Wir glauben als Christen an einem versöhnlichen Gott und nicht an einen strafenden. Ist das nicht wunderbar?
Die Sicherung von Beweismitteln nach einer Vergewaltigung ist Sache einer Uni-Klinik
(Wenn verfügbar)
In Köln gibt es eine. Mit den entsprechenden Experten.
Warum hat die Notärztin dies nicht bedacht? Die MUSS so etwas wissen.
Warum haben die Medien dies nicht dargestellt?
Es bleibt bei einer schnellen Verurteilung und der Suche nach gerade
passenden Skandalen. (Katholiken-Bashing)
Die öffentlich-rechtlichen Medien (Radio und TV), die sich dieser
Hetze angeschlossen haben, sind völlig unglaubwürdig geworden.
Wo bleibt deren Recherge, wenn die Bürger schon 18Eur/Monat
bezahlen sollen.
Heute vor der Kirche? - Was soll diese hetzerische Ausdrucksweise
Ist das nicht auch Ihre Kirche, wie Sie an anderer Stelle betonten.
Natürlich können katholische Kliniken keine ärztliche
Hilfe oder Notversorgung verweigern, das geben die Richtlinien auch
nicht vor, im Gegenteil. Wenn tatsächlich Ärzte(innen) eine
solche Hilfe verweigert haben sollten, dann wäre das in der Tat ein
schweres Fehlverhalten.
Was mich aber immer noch irritiert, ist, warum spricht die
Notärztin, die den Vorgang doch für gravierend hielt, dies
nicht bei der Klinikleitung umgehend, will heißen zeitnah an, die
Notärztin steht doch in keinem Abhängigkeitsverhältnis zu
den Kliniken, sie ist da nicht angestellt. Warum liegt kein
Schriftwechsel vor? So belastet sie rückwirkend zwei
Ärztekollegen(innen) schwer, allein auf Grund von geführten
Telefonaten, über deren genauen Wortlaut niemand sich ein
objektives Bild machen kann.
Die Notärztin klärt nichts, sondern wartet ab und bringt den
Vorgang erst 4 Wochen später, mit gutem Timing, an die Presse.
Warum?
Ich fürchte mich vor dem Tag, an dem die katholische Kirche
herausfindet, dass der Appendix auch irgendwie der kristlichen
Glaubenslehre unterworfrn werden muss.
Die Menschenverachtung in Namen des Glaubens hat immer schon breitesten Raum
im Christentum eingenommen.
Ich wundere mich nur, wie man heute noch mit dieser
Realitätsverweigerung als Organisation überleben kann.
Das Problem sind ein Großteil der Christinnen
Würden die hierzulande lebenden Christinnen mal den Vergleich Evangelisch zu Katholisch in Bezug auf die Stellung der Frau hin ziehen würden und einfach mal zum "Besseren" wechseln würden, gäbe es das Problem mit katholischen Kliniken mangelns Mitgliedern nicht.
Dieser Fall zeigt eines ganz klar:
Sollte die katholische Kirche ihre menschenfeindliche, obsolete Haltung nicht binnen Jahresfrist klären, dann sind sie in einem Rechtsstaat, wie der unsrige noch immer vorgibt zu sein, als Träger von Gesundheitseinrichtungen jedweder Art untragbar. Und dann ist der Alt-Herren Club mit Lizenz zum unter die Soutane greifen vollends am Ende und kann den Selbstzerstörungsknopf betätigen. Für derlei Gestalten wie unseren Klerus ja immerhin ein vermeintlicher Karrieresprung.
Der Mann aus Nazareth entlarvte die Unterlassung einer Hilfeleistung aus einer höheren, dem Buchstaben verpflichteten (!) Moral heraus als Schein-Heiligkeit, als er in dem bekannten Gleichnis den Priester und den Leviten dem weniger angesehenen Samariter mit seiner tätigen (!) Nächtenliebe gegenüberstellte.
Das wirklich Groteske ist, das Leute wie Herr Fischer und andere,
die ohne Kenntnis des genauen Hergangs ein moralisches Kesseltreiben gegen katholische Einrichtungen veranstalten, nur weil sie katholisch sind, gleichwohl die Ersten sind, die sich im Falle eines Zipperleins sofort in einem dieser bösen katholischen Krankenhäusern behandeln lassen, da man allgemein weiß, dass dort die Behandlung und der menschliche Umgang am Besten sind.
Wie definiert man "kriminelle Vereinigung"?
Was die katholische Kirche nicht alleine schafft, besorgen ihre Apologeten mit Kommentaren, in denen eine vergewaltigte Frau zur potentiellen Mörderin erklärt wird, die sich noch dazu die Dummheit vorwerfen lassen muss, in ihrer Notlage eine katholische Klinik aufgesucht zu haben. Für mich ergibt sich das Bild einer zynischen Ideologie, die ihr eigenes Dogma über das Wohl der Menschen stellt. Und dabei Nächstenliebe heuchelt. Wenn dieser Laden in den nächsten Jahren ganz gewaltig implodiert, wird das sicher nicht an einer herbeifantasierten links-grünen antikatholischen Verschwörung liegen. Das schaffen die auch selbst.
Ich weiß nicht, wie die Finanzierung genau organisiert ist, insbesondere nicht, in welcher Weise die Arbeit von Ordensleuten dort einfließt. Aber selbst wenn man unterstellt, daß Verlust gemacht und dieser zu 100% aus Steuermitteln gedeckt wird, ist dazu zu sagen, daß mindestens 30% des Steueraufkommens von Katholiken erbracht wird. Der Anteil der katholischen Krankenhäuser ist aber sicherlich viel geringer. Es ist also nicht so, daß der Gesundheitsversorgung insgesamt in unangemessener Weise ein katholischer Charakter aufgedrängt würde. Aus der Sicht eines liberalen Staates spricht überhaupt nichts dagegen, Christen und Atheisten ihre eigenen Institutionen führen zu lassen. Täte man das nicht, müßte man z.B. Katholiken für die Finanzierung ihrer Krankenhäuser und Schulen anteilig die Steuern reduzieren. Es sei denn, es geht gar nicht um eine gerechte Finanzierung, sondern darum, die Katholiken nicht nach ihrer Facon leben zu lassen.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.01.2013 14:32 UhrFinanzierung
In Deutschland gibt es die duale finanzierung.
In der Theorie finanzieren die Bundesländer die Investitionen, die
Kostenträger also i.d.R. die Krankenkassen die Betriebskosten, also
Personal, Material etc.
Leistungen werden nämlich über fallpauschalen bezahlt, eine
fallpauschale soll die durchschnittlichen kosten dieser behandlung abdecken.
Folglich sollte am Ende ein Ergebnis von null stehen.
Ist ein KH schlechter in seinen Kosten als der Durchschnitt muss der
Träger, in diesem fall die kath. Kirche nachschießen - bei
Überschüssen abschöpfen (wenn nicht gemmeinnützig).
Eine Frau, die möglicherweise Vergewaltigt wurde, darf nicht abgewiesen werden
Punkt.
Den Mitarbeitern, die sich diesen Fauxpas geleistet haben, gehören
dienstrechliche Folgen.
Außerdem muss man fragen, ob diese Mitarbeiter überhaupt
für ihren Job geeignet sind.
Ansonsten handelt es sich um das übliche Katoliken-Bashing.
Herr HANS-PETER FISCHER
Sie möchten mehr Aufmerksamkeit?
Bitte schön
In diesen beiden Krankenhäusern herrscht religiöse Repression
Die Reaktion der angerufenen Ärztin war von Angst vor der Entlassung geprägt, weil dies wohl zuvor schon passierte. Kein Arzt würde ohne Angst solch eine Hilfestellung ablehnen. Der kath. Moralkodex den die beiden Krankenhäuser von der Kommission bekamen ist wohl so einschüchternd, dass der vorauseilende Gehorsam der Ärzte, jeden potentiellen Konflikt vermeiden wollte, auch wenn es in diesem Fall gegen die ärztliche Ethik ging. Wir sollten den Fall auch nicht isoliert sehen. Was hier passiert ist, ist eine Petitesse gegen dem was alltäglich in erzkatholischen Ländern passiert in denen die Kirche noch ein hohes Machtpotential hat, wie Irland, den Philippinen und einigen Ländern in Afrika und Südamerika. Hier bei uns hat die Kirche eher Kreide gefressen, aber nicht weil es ihr schmecken würde, sondern weil wir ihr die Kreide serviert haben. Dort wo das nicht der Fall ist testet sie tagtäglich aus wie weil theologische Rigorosität praktizierbar ist, zum Schaden der dortigen Bevölkerung.
Katholische Krankenhäuser müssen sich nicht entschuldigen!
Die Diskusssion ist offensichtlich losgetreten worden , um katholische Krankenhäuser in ein schlechtes Licht zu stellen. In Städten, in denen es eine landeseigene Klinik gibt wie in Köln die Uni-klinik, ist diese Klinik für die Erhebung der Beweise und Sicherstellung der Beweise einer Vergewaltigung zuständig. Die Landes- oder Kommunal- Krankenhäuser haben auch den ausreichenden Ärzte-Personalschlüssel, um diese doch recht zeitaufwendige Untersuchung und Sicherstellung zu jeder Zeit zu gewährleisten. Auch können sie den Arzt, der die Untersuchung durchgeführt hat, bei einer evtl. Gerichtsverhandlung für die Zeugenaussage einen halben Tag freistellen, was bei dem knappen Personalschlüssel der kirchlichen Krankenhäuser sofort zur Einschränkung der aktuellen Patienten - Versorgung führen würde. Das alles muß die Notärztin gewußt haben, als sie ihre Fernsehinterviews gab. In Münster werden Frauen mit Verdacht auf Vergewaltigung direkt in der Uni-Frauenklinik vorgestellt.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.01.2013 22:48 UhrUtopia
Was bieten denn die kommunalen Krankenhäuser in Münster, dass
sie über einen so guten Stellenschlüssel verfügen? In der
Krankenhausrealität gibt es nachts häufig nur einen
Diensthabenden. Und dieser kann nicht einen reinen Pflegefall,
womöglich aus einem kath. Seniorenheim, ins kath.Krankenhaus
"abschieben, weil es zu zeitaufwendig ist.
Was ist mit Frauen, die das Pech haben, nicht in Grossstädten zu
leben, sondern auf dem flachen Land ? Auch erst die Suche nach einer
Uniklinik, und den Notarzt so lange binden, weil nicht das nächste
kath. Krankenhaus angefahren werden kann?
Wenn die Versorgung in kath. Spitälern gleich so gefährdet
ist, wenn ein Arzt für eine Verhandlung freigestellt wird, was
passiert dann im Krankheitsfall ? Soll ich dann als Patientin vorher
erst den aktuellen Krankenstand abfragen, um gesundheitliche
Schäden zu verhindern? Und sind die Angestellten dort Sklaven ohne
Urlaub? Insgesamt also keine schlüssigen Gründe, die Sie anführen.
"Die schaffen die selber, gell?"
Nein, man interpretiert sie nur entsprechend ideologisch.
War übrigens in der Tat eine höchst effiziente Stasi-Methode,
insbesondere gegen die Kirchen wohlerprobt.
"Neue Erkenntnisse in Kölner Klinik"
Unter diesem Titel steht in der gedruckten FAZ heute:
Wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ in seiner heutigen
Ausgabe berichtet, soll sich vor der Abweisung des Vergewaltigungsopfers
eine Abtreibungsgegnerin in einer Notfallpraxis auf dem Gelände des
katholischen St.-Vinzenz-Hospitals als Patientin ausgegeben und, nach
angeblich ungeschütztem Sex, die „Pille danach“
verlangt und auch bekommen haben. Danach habe sie den Vorgang dem
Erzbistum Köln gemeldet, so die Zeitung. Sie beruft sich dabei auf
den Sprecher der Cellitinnen, Christoph Leiden. Die Angst vor solch
arglistiger Täuschung soll die katholische Krankenhaus-Stiftung der
Cellitinnen dann mitbewogen haben, ihre Richtlinien für die
Betreuung von Frauen mit Verdacht auf ungewollte Schwangerschaft neu zu
fassen. Daraufhin hatten zwei Kliniken der Cellitinnen Mitte Dezember
ein Vergewaltigungsopfer mit der Begründung abgewiesen, die
Behandlung hätte womöglich eine Aufklärung über die
„Pille danach“ beinhaltet.
Die Art und Weise, wie Sie hier über Ihre eigene Kirche herziehen und hinter jedem Fehler System unterstellen, wirkt gelinde gesagt befremdlich. Normalerweise macht man sowas noch nicht mal mit Leuten aus dem eigenen Fußballverein. Wenn Sie aber jetzt versuchen, einen Journalisten damit zu diskreditieren, daß er auf einer Jesuitenschule war, dann ist das der Versuch, die Diskussion in totalitärer Weise abzuwürgen. Im übrigen waren viele Leute auf Jesuitenschulen, auch solche, deren Äußerungen Sie vermutlich beklatschen würden.