16.12.2005 · Der koreanische Klonforscher Hwang läßt sich nicht als Fälscher hinstellen. Alle elf in Frage gestellten Stammzelllinien stammten tatsächlich aus geklonten Embryos. Lediglich der Forschungsbericht habe falsche Daten enthalten.
Der südkoreanische Klonforscher Hwang Woo Suk hat sich gegen Fälschungsvorwürfe zu seinen Forschungsarbeiten mit menschlichen Stammzellen zur Wehr gesetzt. Trotzdem wolle er eine Veröffentlichung im Fachjournal „Science“ vom Mai wegen fehlerhafter Daten zurückziehen, sagte der Wissenschaftler am Freitag in Seoul.
Es gebe aber keinen Zweifel, daß sein Team tatsächlich elf Stammzelllinien mit dem Erbgut kranker Menschen aus geklonten Embryos geschaffen habe. „Wir haben die Schlüsseltechnologie, die Stammzellen zu erzeugen“, betonte Hwang.
Als erster menschlichen Embryo geklont
Ein ehemaliger Mitarbeiter Hwangs hatte am Donnerstag im koreanischen Fernsehen behauptet, daß es sich bei neun der elf in „Science“ beschriebenen Stammzellkulturen um Fälschungen gehandelt habe. Die Echtheit der beiden anderen sei zweifelhaft, sagte Roh Sung Il vom MizMedi-Krankenhaus in Seoul, das Hwangs Team mit Eizellspenden versorgt hatte. Hwang selbst habe ihm gegenüber die Manipulation von Daten für die Publikation in „Science“ eingestanden.
Im vergangenen Jahr war es Hwangs Team als erstem in der Welt gelungen, einen menschlichen Embryo zu klonen und daraus Stammzellen zu gewinnen.