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Keimbefall in Charité : Säugling starb an Operations-Folgen

  • Aktualisiert am

Das Neugeborene war im Deutschen Herzzentrum am Herzen operiert worden und anschließend gestorben Bild: dpa

Das in der Berliner Charité verstorbene Frühchen ist ersten Erkenntnissen zufolge doch nicht an einer Keim-Infektion gestorben. Ein angeborener Herzfehler habe nach einer komplizierten Operation zum Tod des Kindes geführt, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

          Das Anfang Oktober im Berliner Krankenhaus Charité verstorbene Frühchen ist offenbar nicht aufgrund seiner Infektion mit Serratien-Bakterien verstorben. Die Staatsanwaltschaft Berlin teilte am Mittwoch mit, es sei davon auszugehen, dass „das Kind nach einer hochkomplizierten und riskanten Operation eines natürlichen Todes gestorben ist“. Das hätten erste Ergebnisse der gerichtsmedizinischen Untersuchung ergeben.

          Auch Charité-Chef Karl Max Einhäupl hatte betont, das Baby habe zwar eine Serratien-Infektion gehabt, sei aber nicht daran gestorben. Vielmehr habe der angeborene Herzfehler den Tod herbeigeführt. Die Ärzte hatten die geringen Überlebenschancen des schwer kranken Säuglings durch die Operation erhöhen wollen. Obwohl die Operation selbst erfolgreich war, verschlechterte sich der Zustand des Kindes. Schließlich wurden die lebenserhaltenden Apparate im Einvernehmen mit den Eltern abgestellt. Auf dem Totenschein wurde ein „natürlicher Tod“ ausgewiesen.
            
          Das Kind war am 5. Oktober gestorben, drei Tage nach einer Operation im Deutschen Herzzentrum. Bei seiner Obduktion in der Klinik wurde nach Angaben der Charité ein Befall mit Serratien-Bakterien festgestellt. Infiziert wurde das Kind demnach vermutlich auf der Frühchen-Intensivstation der Charité, auf der es vor der Operation behandelt worden war. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen Unbekannt ein und ließ das Kind exhumieren, um es erneut zu obduzieren.

          Diskussion im Berliner Wissenschaftsausschuss

          Berlins Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hat die Charité-Führung nun zu einer Sondersitzung des Aufsichtsrates gebeten, um die Vorkommnisse aufzuarbeiten. Der Termin wurde nach Aussagen eines Sprechers für Mitte November anberaumt. Am Mittwoch waren die Vorfälle auch Thema im Wissenschaftsausschuss. Dort stand der ärztliche Direktor der Charité, Ulrich Frei, Rede und Antwort. Die Diskussion, die inhaltlich keine neuen Details zutage gefördert habe, sei sachlich und unaufgeregt gewesen, hieß es.

          Fast zwei Dutzend weitere Frühchen waren ebenfalls auf den beiden Frühchen-Intensivstationen der Charité mit den Bakterien infiziert worden. Sie können für Kinder unter 1500 Gramm Gewicht lebensbedrohlich sein. In diesen Fällen ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Körperverletzung.

          Quelle: FAZ.NET mit AFP/dpa

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