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Nach Klebsiella-Fund : Uni-Klinik: Intensivstation bleibt geschlossen

Hartnäckig: gefährliche Klebsiella-Keime, auf eine Petrischale kultiviert Bild: dapd

Nach dem Fund eines multiresistenten Keims in der vergangenen Woche sind an der Frankfurter Uni-Klinik zwar keine weiteren Klebsiella-Infektionen bekannt geworden. Die betroffene Station bleibt aber zu.

          Ein besonders resistenter Krankheitserreger beschäftigt zur Zeit die Experten in Frankfurt. Das an der Universitätsklinik aufgetretene gramnegative Stäbchenbakterium Klebsiella Pneumoniae ist nicht nur gegen alle vorhandenen Antibiotika und damit auch das Reservemittel Colistin resistent, sondern vermutlich auch gegen Desinfektionsmittel.

          Ingrid Karb

          Blattmacherin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Auch die Herkunft des Erregers ist nach Angaben der Fachleute ungewöhnlich: Wahrscheinlich stammt er aus einem Bach bei Frankfurt und wurde nicht, wie bei anderen Ausbrüchen zum Beispiel in Bremen, Kiel oder Berlin, aus dem Ausland mitgebracht.

          Das berichtete am Donnerstag der Bonner Krankenhaushygieniker Martin Exner, Mitglied der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention am Robert-Koch-Institut. Exner hatte als externer Berater die Intensivstation der Universitätsklinik Frankfurt überprüft, auf der der multiresistente Erreger an fünf Patienten und in einer Umgebungsprobe nachgewiesen worden war.

          Nachdem er, ähnlich wie zuvor die Hygiene-Expertin des Frankfurter Gesundheitsamts, Ursel Heudorf, am Vorgehen der Klinik, der dortigen Personalsituation, den Schulungen und Hygienevorkehrungen nichts zu beanstanden hatte, vermuten die Fachleute, dass der Erreger auch gegen die verwendeten Desinfektionsmittel resistent ist. Solange nicht bekannt ist, wie sich das Bakterium ausbreiten konnte, soll der Teil der Intensivstation, der seit vergangener Woche geschlossen ist, ein weiteres Mal mit aggressiveren Mitteln gereinigt werden.

          Der Erreger war durch einen schwerkranken Patienten auf die Station gelangt

          Die chlorhaltigen Lösungen könnten nicht verwendet werden, wenn Patienten in der Nähe seien, im laufenden Betrieb werde mit sauerstoffhaltigen Reinigern desinfiziert, sagte Exner.

          Klebsiella Pneumoniae gehört zu den häufig vorkommenden Darmbakterien. Gelangt es ins Blut oder auf die Schleimhäute immungeschwächter Menschen, kann es schwere Infektionen wie Lungenentzündung hervorrufen.

          Der resistente Erreger war mit einem schwerkranken Patienten auf die Intensivstation gekommen, der von einer anderen Klinik überwiesen worden war. Laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung war der Mann betrunken in einen Bach gefallen und beinahe ertrunken. In der Uniklinik wurde er routinemäßig auf Keime untersucht und isoliert. Zwei Tage später zeigte sich in einer Probe der besonders resistente Bakterienstamm. Bei den folgenden Kontrollen wurde er auch noch bei anderen Patienten nachgewiesen.

          Die Ärzte gehen davon aus, dass er in der Klinik übertragen wurde. Der sogenannte Indexpatient und zwei weitere Patienten sind verstorben, nach Angaben der Klinik an ihren Grunderkrankungen. Zwei Patienten, die mit dem Keim besiedelt sind, seien auf dem Weg der Besserung, hieß es.

          Gutachter sieht keine Fehler im Umgang mit Keim

          Das Uniklinikum Frankfurt hat nach Ansicht eines externen Gutachters im Umgang mit einem besonders gefährlichen Krankenhauskeim keine Fehler gemacht. „Soweit ich das sehen kann, ist hier sehr umfassend und zeitnah agiert worden“, sagte der Direktor der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene, Martin Exner, am Donnerstag in Frankfurt.

          Der Erreger Klebsiella pneumoniae 4-MRGN war bei fünf Patienten an Hessens größtem Krankenhaus nachgewiesen worden. Er ist gegen alle vier möglichen Medikamente resistent und daher für immungeschwächte Patienten lebensgefährlich.

          Die nach dem Keimfund geschlossenen Teile der Intensivstation der Frankfurter Uniklinik bleiben vorerst weiter zu. Die Räume sollen vorsichtshalber noch einmal mit einem neuen, speziellen Desinfektionsmittel gereinigt werden. (dpa)

          Quelle: dpa

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