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Kampf gegen Übergewicht Eine Steuer gegen Cola?

12.01.2012 ·  Eine Steuer soll dicke Menschen dünner machen: Geht es nach einigen amerikanischen Ernährungswissenschaftlern, werden zuckerhaltige Getränke bald wesentlich teurer.

Von Christiane Heil, Los Angeles
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Mit der Besteuerung zuckerhaltiger Getränke wollen amerikanische Ernährungswissenschaftler die „Fettkrise“ in den Vereinigten Staaten eindämmen. Laut einer jetzt in der Zeitschrift „Health Affairs“ veröffentlichten Studie ist zu erwarten, dass eine Steuer in Höhe von einem Cent je 30 Milliliter vielen Liebhabern der Getränke, die als „flüssige Süßigkeit“ verschrieen sind, den Appetit verschlägt. Die Autoren der Studie rechnen mit einem um etwa 15 Prozent verringerten Konsum von kohlensäurehaltigen Limonaden, gezuckerten Tees und anderen kalorienreicher Erfrischungen, würden die Getränke mit einer Luxussteuer belegt.

In den kommenden zehn Jahren könne auf diese Weise die Zahl der krankhaft fettleibigen Amerikaner drastisch gesenkt werden. „Das Resultat wären 95.000 weniger Fälle von Herzerkrankungen, 8000 weniger Infarkte und 26.000 Menschen, die nicht vorzeitig sterben“, fasste die Forschergruppe der Columbia University sowie der Universitäten von San Francisco und Virginia Tech zusammen. Zudem prognostizieren die Wissenschaftler zusätzliche Steuereinnahmen von 13 Milliarden Dollar jährlich bei Einsparungen von Gesundheitskosten in Höhe von bis zu 17 Milliarden Dollar.

„Der Preis spielt kaum eine Rolle“

Während vor 20 Jahren in keinem Bundesstaat mehr als 15 Prozent der Einwohner Übergewicht hatten, liegt die Quote der Dicken heute in jedem der 50 Bundesstaaten höher als 15 Prozent. Als Folge des Übergewichts beobachten Ernährungswissenschaftler einen starken Anstieg von Herzerkrankungen und Diabetes. 1994 schlug der Direktor des Rudd-Zentrums für Ernährungspolitik an der Yale University, Kelly Brownell, deshalb die Einführung einer „Soda tax“ vor, um krankhaftem Übergewicht entgegenzuwirken. Brownell nimmt - wie viele weitere Wissenschaftler - an, dass zuckerhaltige Getränke eine Hauptursache der amerikanischen „Fettkrise“ sind. Nach Erhebungen der Getränkeindustrie werden in Amerika jedes Jahr mehr als 55 Milliarden Liter konsumiert.

Ob die Steuer den Wechsel zu Wasser, Milch und Säften fördern würde, ist aber umstritten. Wie Forschungen an der Northwestern University zeigen, nehmen fettleibige Menschen auch im Fall einer Besteuerung der „Sodas“ nicht unbedingt ab, da sie meist ohnehin schon auf Diät-Getränke umgestiegen sind. „Der Preis spielt kaum eine Rolle“, sagte der Ernährungswissenschaftler Ketan Patel, der 2011 eine Studie zu Getränkepreisen und Fettleibigkeit veröffentlichte. Brownell und andere Forscher warnen dagegen vor der „vereinfachten“ Darstellung in Patels Computersimulationen. Da sie auf Annahmen zu Faktoren wie Konsumverhalten und Gewichtsänderungen beruhten, seien die Ergebnisse nicht zuverlässig. „In der Realität können solche Veränderungen nur schwer gemessen werden“, meinte Brownell. „Es lassen sich leicht Annahmen aufstellen, die dann die gewünschten Resultate zur Folge haben.“

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