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Nach Protest von Foodwatch : Hessen streicht Förderung für gezuckerte Schulmilch

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Foodwatch hat sich mit seiner Forderung gegen die staatliche Unterstützung von Fehlernährung durchgesetzt: Das Aus für die gezuckerte Schulmilch. Bild: AP

Mit Geld aus Brüssel fördert Hessen gezuckerte Milch für Schüler. Foodwatch hat nun dagegen protestiert – mit Erfolg.

          Nach Kritik der Verbraucherorganisation Foodwatch hat das Land Hessen die Förderung von gesüßter Schulmilch gestoppt. Mit dem längerfristigen Ziel, dass zuckerhaltige Lebensmittel möglichst komplett aus dem Angebot von Schulen und vorschulischen Einrichtungen herausgenommen werden sollten, habe Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) beschlossen, Kakao künftig gar nicht mehr über das Schulmilchprogramm der EU anzubieten, teilte das Umweltministerium in Wiesbaden am Freitag mit.

          Nationale Ausnahmeregelungen möglich

          Die notwendigen Änderungen der Richtlinie würden derzeit erarbeitet und schnellstmöglich umgesetzt. Die Verbraucherschützer hatten zuvor einen Stopp der Subventionen für gesüßte Schulmilch in Hessen gefordert. Hessen habe zusammen mit drei anderen Bundesländern Ausnahmeregelungen geschaffen, um EU-Fördermittel für gezuckerte Milch wie Kakao auszugeben, erklärte die Organisation am Freitag. Zuvor hatte die „Frankfurter Rundschau“ darüber berichtet.

          Die EU hatte zuletzt die Förderung für Hessen erhöht. 650.000 Euro stehen seit diesem Jahr für die Förderung von Milch und Milchprodukten sowie pädagogische Angebote oder Bauernhofbesuche zur Verfügung. Die Europäische Union hatte 2017 ihr Schulmilch-Förderprogramm reformiert. Den Produkten dürfe möglichst kein Zucker, Salz oder Fett hinzugefügt sein, erklärte die EU. Sie lässt aber zu, dass national Ausnahmeregelungen geschaffen werden können.

          Aus für die Förderung von Fehlernährung

          In einem offenen Brief an den hessischen Kultusminister Alexander Lorz (CDU) kritisiert Foodwatch diese Praxis: Es sei inakzeptabel, dass in Hessen weiterhin der Konsum von Kakao mit einem Zuckerzusatz von bis zu sieben Prozent mit staatlichem Geld gefördert werde. „Mit Ihrer Politik leisten Sie der Fehlernährung von Kindern Vorschub, anstatt sie zu verhindern“, schreibt Foodwatch.

          Am Abend kam dann das überraschende Aus für die süße Milch. Statt dem CDU-Politiker Lorz reagierte das Ministerium der Grünenpolitikerin Hinz: Kakao werde derzeit noch an Schulen und vorschulische Einrichtungen in Hessen ausgeliefert. Dabei liege das Verhältnis aber bei sieben Prozent Kakao zu 93 Prozent Milch, die Nachfrage sei gering. Der Anteil an Zucker in dem Getränk liege bei nicht mehr als sieben Prozent, dennoch solle es künftig gar nicht mehr angeboten werden.

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