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Gesundheit Deutsche fallen öfter in Depression

16.04.2005 ·  Untersuchungen und Befragungen gesetzlicher Krankenkassen haben erwiesen, daß immer mehr Menschen an psychischen Krankheiten leiden. Die Gründe dafür sind vielfältig.

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Immer mehr Menschen in Deutschland leiden an seelischen Erkrankungen. Das belegen Untersuchungen und Befragungen gesetzlicher Krankenkassen. Demnach bleiben zwar immer weniger Menschen aus Krankheitsgründen dem Arbeitsplatz fern, der Anteil der psychisch Kranken unter den Krankgeschriebenen dagegen wächst.

Eine Verdoppelung der Meldungen gegenüber 1990 hat der Bundesverband der Betriebskrankenkassen bei einer Auswertung der Krankmeldungen von rund einem Viertel der versicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland errechnet.

Psychische Krankheiten auf Platz 4

Nach Muskel- und Skeletterkrankungen, Atemwegsproblemen und Verletzungen rangierten psychische Störungen 2004 bei den Betriebskrankenkassen bereits auf dem vierten Platz der Gründe für eine Krankschreibung, bei Frauen an dritter Stelle. Unter den Versicherten der Techniker-Krankenkasse avancierten diese Störungen 2004 erstmals zur "zweitrelevantesten Erkrankungsgruppe" - nach Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems.

Im Gegensatz zu allgemein sinkenden Krankenständen stehe der Trend zu kontinuierlich steigenden Fehlzeiten wegen psychischer Störungen. Jeder dritte Arbeitnehmer klage über psychische Belastungen, teilte das wissenschaftliche Institut der Ortskrankenkassen am Mittwoch mit.

Es trifft vermehrt Jüngere

Die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK), die zweitgrößte Ersatzkasse, spricht von einem "alarmierenden Trend". Seit 1997 sei die Fallzahl unter ihren Versicherten um 70 Prozent gestiegen. Einer der Gründe: Psychische Erkrankungen werden inzwischen von Hausärzten häufiger entdeckt, besser diagnostiziert und nicht mehr tabuisiert. Allerdings nehme auch die Zahl der tatsächlichen Fälle zu.

Auffällig sei der überproportionale Anstieg von Krankmeldungen Jüngerer: Sie reagierten in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit auf berufliche und private Anforderungen, meinte DAK-Vorstand Herbert Rebscher. Eine ähnliche Diagnose stellt der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Köhler. Arbeitslosigkeit, Angst um den Arbeitsplatz und mangelnde Perspektiven führten zu Ängsten mit Krankheitswert. "Insbesondere Depressionen nehmen zu und müssen behandelt werden."

Quelle: ami., F.A.Z., 16.04.2005, Nr. 88 / Seite 9
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