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Montag, 13. Februar 2012
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Gesundheit Brasilien bricht ein Aids-Patent

25.06.2005 ·  Die brasilianische Regierung hat einem Patent für ein Aids-Medikament des amerikanischen Pharmakonzerns Abbott den Kampf angesagt. Zuvor waren Verhandlungen über eine Preissenkung gescheitert.

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Im Streit um Preisnachlässe für Aids-Medikamente in der Dritten Welt hat Brasilien als erstes Land das Patent eines Mittels gegen die Immunschwächekrankheit gebrochen. Wie Medien am Samstag unter Berufung auf das Gesundheitsministerium in Brasilia berichteten, besitzt das südamerikanische Land jetzt die Herstellungsformel des in Brasilien vom amerikanischen Konzern Abbott unter dem Namen „Kaletra“ vertriebenen Produkts.

Das Labor der staatlichen Stiftung „Fiocruz“ werde das Medikament (Lopinavir/Ritonavir) nun zu einem Preis von 0,68 Dollar pro Einheit produzieren. Das sei etwa die Hälfte des von Abbott in Brasilien geforderten Preises von umgerechnet 1,17 Dollar, hieß es. Das werde allein im ersten Jahr zu einer Ersparnis des Staates in Höhe von 130 Millionen Dollar führen. Der Staat versorgt in Brasilien alle HIV-Infizierten kostenlos mit Arzneimitteln.

Gesundheitsminister: Entscheidung „definitiv“

Der Minister-Erlaß gibt Abbott zwar zehn Tage Zeit für eine offizielle Stellungnahme. Gesundheitsminister Humberto Costa betonte allerdings, die Entscheidung der brasilianischen Regierung sei „definitiv“. Die Regierung habe mit Abbott seit März über Preisnachlässe verhandelt. Der Konzern habe sich aber unflexibel gezeigt.

Das Ministerium verhandele zur Zeit auch mit den Konzernen Merck und Gilead. Die Mittel der drei Konzerne hätten zusammen einen Anteil von 66 Prozent an den diesjährigen Gesamtausgaben von 945 Millionen Real (etwa 330 Mio Euro) des Staates zum Kauf von Aids-Medikamenten.

Brasilien hat mit über 200.000 registrierten Fällen die absolut meisten Aids-Kranken in Lateinamerika. Die Aufklärungs- und Vorsorge- Kampagnen des Staates sowie die ärztliche Hilfe für die Kranken gelten aber unter Experten weltweit als beispielhaft.

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