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Abhängig vom Zucker : „Achten Sie Ihr Essen, achten Sie sich selbst“

  • -Aktualisiert am

Zitronenkuchen: Er kann auch mit der Hälfte Zucker gebacken werden als angegeben, schlägt Debeugny vor. Probieren Sie es mal aus. Bild: YourPhotoToday/PM

Sie sind noch auf der späten Suche nach einem guten Vorsatz für 2017, der Ihr Leben verändert? Hier wäre einer: Weniger Zucker. Ein Gespräch über Glukose, Zähne, Säfte, Wein, Fertigprodukte, emotionales Essen und dicke Kinder.

          Charlotte Debeugny, Sie sind geborene Britin und haben in Paris eine Praxis als Ernährungsberaterin. Sie können mir sagen: Woran merke ich, dass ich möglicherweise zuckersüchtig bin?

          Bei vielen Menschen, die vom Zucker abhängig sind, geht das Energieniveau ständig hoch und runter. Manchmal haben sie in der Mitte des Vormittags ein Tief. Ein weiteres Tief dann meist gegen Nachmittag. Wenn sie dann ihren Zucker nicht bekommen, werden sie gereizt. Ich weiß nicht, ob Sie sich darin schon wiedererkennen?

          Doch, durchaus. Ich esse außerdem oft einen Schokoriegel, wenn ich Stress bei der Arbeit habe, weil ich mich dann besser konzentrieren kann.

          Okay, Sie essen also Ihren Schokoriegel. Sehr schnell gelangt Glukose in Ihr Blut. Das gibt Ihnen die Energie, damit Sie sich konzentrieren können. Allerdings: Sie müssen sich das vorstellen wie Treibstoff für eine Rakete. Es ist viel Energie auf einmal, aber es gibt Ihnen kein dauerhaftes, nachhaltiges Energieniveau. Mein Rat wäre: Sie können ein paar Stücke Schokolade essen, aber idealerweise ist es eine dunkle Schokolade, und dazu vielleicht eine Handvoll Nüsse. Denn die Nüsse enthalten Eiweiß und Ballaststoffe. Die helfen dabei, die Geschwindigkeit zu verringern, mit der die Schokolade verdaut wird. Sehr gut sind übrigens Walnüsse. Weil sie leicht bitter sind, neigt man nicht dazu, zu viele davon zu essen.

          Warum ist Zucker überhaupt so gefährlich?

          Zunächst mal ist Zucker lecker. Man kann leicht eine Menge davon essen, ohne satt zu werden. Wenn man sein Gewicht im Blick hat, dann muss man bedenken: Man kann schnell zu viel Zucker essen. Das beste Beispiel dafür ist Fruchtsaft. In einem großen Glas sind ungefähr 200 Kalorien. Aber das macht Sie nicht satt. Zucker enthält Kalorien, er enthält Energie, aber sonst erst mal nicht viel an anderen Inhaltsstoffen. Wir wissen außerdem alle, dass Zucker schlecht für unsere Zähne ist. Da geht es eher um die Häufigkeit als um die Menge. Sie sind besser dran, wenn Sie viel Zucker auf einmal essen und sich dann richtig gut die Zähne putzen. Das ist besser, als permanent Zucker zu essen.

          Wie steht es mit Diabetes Typ II?

          Wenn Sie die ganze Zeit über übermäßige Portionen Zucker essen, heben Sie permanent Ihren Blutzuckerspiegel an. Ihr Insulin ist dafür zuständig, den Glukosespiegel im Blut im üblichen Rahmen zu halten. Wenn Sie permanent sehr viel Zucker essen, muss Ihr Insulin sich also sehr anstrengen, um die Glukosemenge in Ihrem Blut auszubalancieren. Außerdem wird Ihr Körper viel weniger empfindlich für Insulin. Wenn Insulin dann an der Tür klopft und zu den Zellen sagt, ich hab hier ein bisschen Zucker für euch, weil ich es aus dem Blut rauskriegen muss, dann reagieren die Zellen einfach nicht mehr so schnell. Das nennt man Insulinunempfindlichkeit.

          Was ja zu Diabetes II führen kann, wenngleich da noch andere Faktoren mitspielen können. Manche Leute sagen übrigens auch, es gebe eine Beziehung zwischen Zucker und Krebs.

          Ich bin da eher vorsichtig. Was man sagen kann: Es gibt eine Beziehung zwischen Krebs und Entzündungen. Und wir wissen auch, dass es zu erhöhten Entzündungswerten führt, wenn Sie viel Fett im Körper gespeichert haben, speziell in Ihrer Körpermitte. Man könnte also sagen, es gibt eine indirekte Beziehung zwischen Krebs und Zucker.

          Ist Zucker Ihrer Meinung nach also sogar schädlicher als Fett?

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