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Ernährung Nur jeder zweite Jugendliche isst genug Gemüse

29.01.2008 ·  Es ist nicht leicht, Kinder dazu zu bringen, ausreichend frisches Obst und Gemüse zu essen. Was Eltern schon lange wissen, bestätigt nun auch eine wissenschaftliche Untersuchung. Jede zweite Jugendliche nimmt nur die Hälfte der empfohlenen Menge zu sich.

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Was Eltern schon immer beklagten, macht jetzt auch der Wissenschaft Sorge: Kinder und Jugendliche in Deutschland essen viel zu wenig Obst und Gemüse. Etwa die Hälfte von ihnen nimmt weniger als 50 Prozent der empfohlenen Obst- und Gemüsemenge zu sich, berichtete der Ernährungswissenschaftler Gert Mensink vom Berliner Robert-Koch-Institut am Dienstag bei einer Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Hamburg. Säfte und Vitaminkapseln könnten diesen Mangel nicht beheben, sagte er.

Laut DGE sollten junge Menschen im Alter von 6 bis 17 Jahren rund 400 Gramm Obst und Gemüse pro Tag essen. Für Erwachsene gilt ein Wert von etwa 650 Gramm. „Ein reichlicher Verzehr kann helfen, viele Krankheiten, vermutlich auch mehrere Krebsarten, und Übergewicht zu verhindern“, sagte Mensink. Bei den Erwachsenen nehmen jeweils nur ein Drittel der Männer als auch ein Drittel der Frauen die empfohlene Menge zu sich.

Hohe Saftkonsum kann Mangel nicht ausgleichen

Nach den Daten verschiedener Studien kommen die Deutschen dagegen auf einen sehr hohen Saftkonsum und belegten im europäischen Vergleich den Spitzenplatz, sagte Mensink. Allerdings empfiehlt die DGE wegen des hohen Zuckergehalts höchstens 200 Milliliter Fruchtsaft in die empfohlenen Obst- und Gemüsemengen einzurechnen. Säfte wirken Studien zufolge auch nicht so gut wie komplette Früchte. So enthielten Säfte gegenüber ganzen Früchten nur einen Bruchteil der gesundheitsfördernden Kapazität, sagte Bernhard Watzl vom Institut für Physiologie und Biochemie der Ernährung in Karlsruhe.

Darüber hinaus seien Nahrungsergänzungsmittel wie Vitaminkapseln, Extrakte oder auch die meist für Kinder angebotenen Saftmischungen, sogenannte „Smoothies“, meist kein Ersatz für echtes Obst und Gemüse. „Es gibt viele solcher Produkte, aber es gibt kaum Studien, die ihre Wirkung beweisen“, sagte Watzl. Stattdessen legten manche Hersteller diese Wirkung in irreführender Weise nahe, beispielsweise indem sie Werte aus Studien zu kompletten Früchten auf die Inhaltsstoffe der Ergänzungsmittel übertragen.

Ersatzstoffe erzielen nicht den gleichen Effekt

Dies sei jedoch nicht aussagekräftig, wenn nicht ganze Früchte verarbeitet würden, sondern die enthaltenen Vitamine nur zugesetzt seien. „Man kann mit einzelnen Ersatzstoffen nicht den Effekt erreichen, den man mit Obst und Gemüse erreichen kann“, sagte Watzl. Demgegenüber gebe es zu Obst und Gemüse eine „sehr überzeugende Datenlage“ zur Schutzwirkung vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fettleibigkeit, Asthma und Osteoporose.

Auch zur Vorbeugung gegen Krebserkrankungen seien Obst und Gemüse geeignet, erklärte Heiner Boeing vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam. Sowohl in Bezug auf Mund, Rachen, Kehlkopf, Speiseröhre als auch auf Magen, Darm und Lunge belegten neueste Studiendaten die bisherige Annahme, dass Obst und Gemüse als „Risikosenker“ gelten könnten. Allerdings wirke sich dieser Effekt nur bis zu einer Menge von 400 Gramm pro Tag aus. Wer noch mehr Obst und Gemüse isst, kann sein Krebsrisiko demnach also nicht noch stärker senken.

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