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Epidemie in Westafrika : Ebola auch im Kongo ausgebrochen

  • Aktualisiert am

Ein Helfer in Sierra Leone bietet einer Infizierten Wasser Bild: REUTERS

Im Kongo sind zwei Menschen mit Ebola infiziert worden, in Sierra Leone erkrankte erstmals ein Mitarbeiter der Weltgesundheitsorganisation an dem Virus. Dort wird rigoros gegen die Epidemie gekämpft.

          Im Kongo sind zwei Menschen mit dem Ebola-Virus infiziert worden. Das bestätigte der Gesundheitsminister des zentralafrikanischen Landes. Die betroffene Region liegt etwa 1200 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kinshasa. In zwei von acht Verdachtsfällen konnte laut dem Minister das Virus nachgewiesen werden. Es soll sich um einem anderen Erregerstamm handeln, als der, der im Westafrika schon mehr als 1400 Menschen umgebracht hat.

          In Sierra Leone ist erstmals ein Mitarbeiter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an Ebola erkrankt. Details zum Alter, dem Geschlecht oder der Nationalität gab die WHO nicht bekannt. Für den Kollegen werde die bestmögliche Behandlung sichergestellt, hieß es lediglich am Sonntag in einer Mitteilung der Organisation. Derweil teilte die britische Regierung mit, dass sich erstmals auch ein britischer medizinischer Helfer mit dem Virus angesteckt habe. Er soll nach London geflogen und in einer speziellen Isolierstation behandelt werden.

          In Westafrika kämpfen die Staaten unterdessen mit rigorosen Maßnahmen gegen die Epidemie. Nach Medienberichten soll das Verstecken von Ebola-Kranken in Sierra Leone unter Strafe gestellt werden. Das Verbergen eines Infizierten werde mit mindestens zwei Jahren Haft geahndet, berichtete die Online-Zeitung „Awoko“ am Samstag. Das Parlament des Landes hatte ein entsprechendes Gesetz demnach am Freitag in einer Sondersitzung beschlossen. Präsident Ernest Bai Koroma muss dem Gesetz noch zustimmen.

          Ärzte in Nigeria beenden Streik

          Vier Länder Westafrikas kämpfen derzeit gegen die schlimmste jemals registrierte Ebola-Epidemie. Deren Ausmaß ist laut Weltgesundheitsorganisation unterschätzt worden, weil zahlreiche Infizierte von ihren Familien versteckt wurden. Die Menschen seien davon ausgegangen, dass es für Ebola ohnehin keine Heilung gebe und es für die Todkranken besser sei, wenigstens zu Hause sterben zu können.

          Die WHO hat nach eigenen Angaben bislang etwa 400 Mitarbeiter in die von der Ebola-Epidemie betroffenen Länder Liberia, Sierra Leone, Guinea und Nigeria entsandt. Insgesamt sind in den vergangenen Monaten nach offiziellen Angaben bislang 1427 Menschen an dem Virus gestorben.

          Ärzte in Nigeria, die mehr als zwei Monate gestreikt hatten, wollen wegen der Ebola-Epidemie am Montag an ihre Arbeitsplätze zurückkehren. Das teilte die Ärztekammer des Landes mit. Die Ärzte hätten sich entschlossen, ihren Streik im Interesse der öffentlichen Gesundheitsversorgung vorerst einzustellen. Die Regierung wollte mehr als 16 000 Ärzte entlassen, weil sie ihre Arbeit während der Ebola-Krise beendet hatten. Der Präsident der Ärztekammer teilte mit, man habe sich mit der Regierung geeinigt.

          Dem infizierten Briten gehe es „gegenwärtig nicht ernsthaft schlecht“, teilte das Gesundheitsministerium in London mit. Er soll an Bord eines speziell ausgerüsteten Transportflugzeugs der Royal Air Force auf einen Stützpunkt bei Oxford ausgeflogen werden. Für den weiteren Transport in die Hauptstadt seien alle erforderlichen Schutzmaßnahmen getroffen. Die Gefährdung der Bevölkerung durch den Virus bleibe weiterhin äußerst gering, erklärte das Ministerium. Der Mann hatte schon seit längerem in Sierra Leone gelebt.

          Quelle: FAZ.NET mit dpa, afp, reuters

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