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Ehec Zweijähriger Junge stirbt - 210 Millionen Euro für Landwirte

 ·  Zum ersten Mal ist in Deutschland ein Kind an dem gefährlichen Darmkeim Ehec gestorben. Entwarnung gibt es in Bayern nach dem Fund eines Erregers. Die EU beschloss zudem 210 Millionen Euro Hilfe an geschädigte Bauern zu zahlen.

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Zum ersten ersten Mal ist in Deutschland ein Kind an dem gefährlichen Darmkeim Ehec gestorben. Ein zweijähriger Junge aus dem niedersächsischen Celle starb am Dienstag an den Folgen des hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS), sagte ein Sprecher des Landkreises. Bislang war das jüngste vom Robert Koch-Institut (RKI) registrierte Opfer in Deutschland 20 Jahre alt. Damit steigt die Zahl der Toten in Niedersachsen auf zwölf - bundesweit wurden bis Pfingstmontag 36 Tote gemeldet.

Wie der Celler Amtsarzt Carsten Bauer der „Celleschen Zeitung“ bestätigte, starb das Kleinkind am frühen Morgen infolge von Nierenversagen und einer Auflösung von roten Blutkörperchen. In der Familie seien zudem der zehnjährige Bruder und der Vater an Ehec erkrankt. Diese sind inzwischen aber nach Angaben des Amtsarztes bereits wieder auf dem Weg der Besserung. Wie sich die Familie angesteckt hat, war zunächst noch unklar.

Scheitelpunkt der Neuinfektionen überschritten

Die Zahl der Ehec-Neuerkrankungen ist dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge deutlich zurückgegangen. Die Ehec-Welle ebbe bundesweit ab, bestätigte auch Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder, der am Dienstag gemeinsam mit Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (beide CSU) einen Gemüseanbaubetrieb in Nürnberg besuchte.

Seit einigen Tagen würden Erkrankungen am Hämolytisch-Urämischen Syndrom (HUS) oder Ehec auf deutlich niedrigerem Niveau übermittelt, teilte das RKI in Berlin mit. Drei Viertel der gut 3.200 Ehec/HUS-Fälle stammten aus Schleswig-Holstein- Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Betroffen seien aber alle Bundesländer. Die höchste Zahl an Ehec/HUS-Fällen registrierte die Behörde im Zeitraum vom 21. bis 23. Mai. Seitdem sei ein kontinuierlicher Rückgang zu beobachten.

Kein Grund zur Angst vor Lollo Rosso

Der auf einem roten Blattsalat („Lollo Rosso“) in Fürth gefundene Ehec-Erreger ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht der gefährliche Typ. Das sagte Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) am Dienstag in Nürnberg. Zwar liege das vollständige Ergebnis der Untersuchung durch das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) erst am Freitag vor. Bisher sprächen aber alle Indizien dafür, dass es sich nicht um den gefährlichen, HUS-auslösenden Typ handle. „Es besteht daher Anlass zum vorsichtigen Optimismus“, sagte Söder.

Weitere Angaben zum Fürther Betrieb lehnte Söder mit Verweis auf die Rechtslage ab. Er sagte allerdings, dass der Betrieb und seine Ware nun gesperrt seien und seine Lieferwege ermittelt würden. Bis zum jüngsten Ehec-Fund sei der Erzeuger nie negativ aufgefallen.

LGL-Präsident Andreas Zapf ergänzte, bisher gebe es keinen Grund, vor einem Verzehr von „Lollo Rosso“ zu warnen, da es sich um einen Einzelbefund handle.

Landwirte erhalten 210 Millionen Euro

Die europäischen Gemüsebauern werden von Juli an für einen Teil der ihnen durch die Ehec-Krise entstandenen Einnahmeverluste aus dem EU-Haushalt entschädigt. Dies beschlossen die Agrarfachleute der 27 EU-Staaten nach Beratungen über entsprechende Vorschläge der Europäischen Kommission.

Insgesamt erhalten die betroffenen Landwirte 210 Millionen Euro. Zu einer entsprechenden Mittelaufstockung um 60 Millionen Euro hatte sich die Kommission auf Drängen der EU-Agrarminister bereit erklärt. Ziel ist es, die im Zeitraum von Ende Mai bis Ende Juni entstandenen Einkommenseinbußen zur Hälfte auszugleichen. Insbesondere Spanien und die Niederlande hatten zuletzt höhere Entschädigungen verlangt.

24 Cent je Kilogramm bei Gurken

Außer Erzeuger von Salaten, Tomaten und Gurken sollen auch Produzenten von Zucchini und Paprika von den Ausgleichszahlungen profitieren. Das Geld solle nicht aus zusätzlichen Beiträgen der EU-Länder, sondern aus nicht genutzten Mitteln des Gemeinschaftshaushalts fließen.

Die Höhe der Zahlungen soll der Hälfte der durchschnittlichen Erzeugerpreise des Monates Juni der vergangenen drei Jahre entsprechen. Im Falle von Gurken beliefe sich die Hilfe auf 24 Cent je Kilogramm. Sollten auf dieser Grundlage die zur Verfügung gestellten EU-Gelder nicht ausreichen, müssten die je Kilogramm gezahlten Hilfen entsprechend reduziert werden. Damit sei jedoch angesichts der wieder anziehenden Nachfrage nach frischem Gemüse nicht zu rechnen, hieß es in der Kommission.

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