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Guinea : Ebola-Virus breitet sich in West-Afrika aus

Gefährliches Virus: Ebola unterm Mikroskop Bild: dpa

In Guinea nimmt die Zahl der Ebola-Fälle zu. Auch in der Hauptstadt sollen nun Menschen an dem gefährlichen Virus gestorben sein. Die Quelle wird im Grenzgebiet zu Liberia und Sierra Leone vermutet.

          Im westafrikanischen Guinea hat eine Ebola-Epidemie bislang knapp 60 Todesopfer gefordert. Nach Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörden hätten sich insgesamt 80 Personen mit dem Virus infiziert, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sprach sogar von 86 Verdachtsfällen. Mutmaßlich liegt der Herd der Epidemie im Grenzgebiet zu Liberia und Sierra Leone, woher die meisten der Opfer stammen.

          Thomas Scheen †

          Politischer Korrespondent für Afrika mit Sitz in Nairobi.

          Maria Wiesner

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Nach Angaben des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen, Unicef, seien mittlerweile aber auch in der Hauptstadt Conakry Fälle des für Ebola typischen hämorrhagischen Fiebers diagnostiziert worden. Am Montag bestätigte ein Sprecher der WHO gegenüber FAZ.NET zwar, dass es bisher 13 bestätigte Fälle von Ebola in Guinea gab. Von drei Proben aus der Hauptstadt hätten sich jedoch zwei als negativ erwiesen. Weitere Proben werden noch untersucht. Dennoch seien Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.

          „Wir wissen aus der Vergangenheit, dass Ebola-Ausbrüche eine beträchtliche Größe annehmen können“, warnte Hans-Dieter Klenk, Direktor des Instituts für Virologie an der Universität Marburg, im Gespräch mit FAZ.NET. Bislang habe die Zahl der Todesfälle bei solchen Epidemien zwischen hundert und knapp unter tausend gelegen. Er mahnte zudem, die Vorsichtsmaßnahmen streng zu befolgen, denn „trotz der Warnungen kam es bei früheren Fällen immer wieder zu Virus-Übertragungen bei Bestattungsritualen.“ Ebola überträgt sich bei Menschen durch Körperflüssigkeiten.

          Ebola-Infektionen in Westafrika sind ungewöhnlich

          „Es ist ungewöhnlich, dass es in Westafrika zu Ebola-Infektionen kommt“, sagte Klenk. „Bislang ist das Virus nur in einer schwächeren Variante vor rund 20 Jahren an der Elfenbeinküste aufgetreten. In Guinea handelt es sich wohl um das gefährlichere Zaire-Ebola-Virus, das bisher in Westafrika noch nicht auftrat.“

          Bislang ist es den Ärzten in Guinea nicht gelungen, den Subtyp des Ebolavirus zu identifizieren. Die Wissenschaft unterscheidet fünf verschiedene Arten, von denen die drei gefährlichsten bislang ausnahmslos in Zentralafrika, Uganda und Sudan aufgetreten sind. Die Mortalität der vierten afrikanischen Unterart, dem so genannte CIEBOV aus der Elfenbeinküste, liegt indes bei weniger als 50 Prozent aller Infizierten. Der letzte Fall von Ebola in Westafrika liegt zehn Jahre zurück, als sich in der Elfenbeinküste eine Schweizer Biologin bei der Obduktion eines mutmaßlich an dem Fieber verendeten Schimpansen mit einem Messer verletzte. Die Frau überlebte die Infektion.

           Die Herkunft des Virus ist allerdings nach wie vor ungewiss. Wissenschaftler am renommierten „Centre International de Recherches Médicales de Franceville“ in Gabun vermuten, Fledermäusen ähnliche Flughunde seien der natürliche Wirt des Virus. Dieser Theorie zufolge verbreitet sich das Virus durch den Kot der Flughunde insbesondere auf Früchten, die wiederum eine wichtige Nahrungsquelle für Affen sind. Bei etlichen Ausbrüchen in Zentralafrika hatten die Infizierten zuvor Affenfleisch verzehrt.

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