30.11.2006 · In deutschen Fernsehproduktionen haben vor allem Zigaretten Hauptrollen, hat die Drogenbeauftragte Sabine Bätzing entdeckt. Häufiger als in ausländischen Filmen rauchten hierzulande Schauspieler vor der Kamera - und seien damit ein schlechtes Vorbild.
Zigaretten und Tabak spielen in deutschen Kino- und Fernsehfilmen eine größere Rolle als in ausländischen Produktionen. Das hat eine Untersuchung des Kieler Instituts für Therapieforschung im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums ergeben, die in Berlin vorgestellt wurde. Nach der Studie wird in Deutschland in 65 Prozent der Fernsehserien und Spielfilmen geraucht.
Bei ausländischen Produktionen ist es nur bei 48 Prozent der Fall. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), regte eine freiwillige Vereinbarung mit Film- und Fernsehproduzenten an, damit Schauspieler in deutschen Produktionen nicht rauchen. Zu diesem Zweck will Bätzing die Studie auch an die Intendanten und Senderchefs der öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehanstalten schicken und sie um eine Stellungnahme bitten. „Rauchen im Film ist ein Risikofaktor für den Beginn des Rauchens bei Kindern und Jugendlichen“, sagte Bätzing.
Im ZDF wird am häufigsten geraucht
Im November 2005 hatte die Forschungsgruppe um Institutsleiter Reiner Hanewinkel eine Woche lang alle Sendungen der Fernsehsender ARD, ZDF, RTL und Pro7 in der Zeit zwischen 15 Uhr und 24 Uhr untersucht. Außerdem hatten sie deutsche, europäische und amerikanische Kinofilme aus den Jahren 1994 bis 2004 unter die Lupe genommen.
Sie kamen zu dem Ergebnis, daß die Schauspieler in deutschen Kinofilmen im Schnitt 14,5 Mal pro Film zur Zigarette griffen und damit mehr als doppelt so häufig wie ihre amerikanischen Kollegen (6,7 Mal). Im Fernsehen waren in 45 Prozent aller Sendungen rauchende Menschen zu sehen. Am wenigsten wurde in Sendungen der ARD geraucht (31 Prozent). An der Spitze lag das ZDF mit 56 Prozent.