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Drogen in Israel : Kat in der Kneipe

Kat im festen Zustand Bild: Eilmes, Wolfgang

Die Kaudroge Kat ist in immer mehr israelischen Kneipen und Restaurants zu bekommen – in flüssiger Form. Für umgerechnet knapp fünf Euro kehren die Lebensgeister zurück und bleiben die ganze Nacht wach.

          Wegen dicker Backen muss sich in den Tel Aviver Bars niemand Sorgen machen. In Ländern wie dem Jemen schwellen jeden Nachmittag die Wangen an, wenn sich die Menschen die grünen Kat-Blätter in den Mund schieben. Jüdische Einwanderer aus dem arabischen Staat und Äthiopien brachten die Kaudroge schon vor längerer Zeit mit nach Israel. Jetzt hat sie die Hinterhöfe verlassen und ist in immer mehr Kneipen und Restaurants zu bekommen - in flüssiger Form. Im „Hameorav“-Restaurant an der Allenby-Straße presst man die Blätter und Triebe aus. Dann wird dem Extrakt noch Zitrone und Zucker hinzugefügt, so dass er ein wenig an Limonade erinnert.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Aber hier endet die Ähnlichkeit: Für umgerechnet knapp fünf Euro kehren die Lebensgeister zurück und bleiben die ganze Nacht wach. Gäste schwärmen von den stimulierenden Folgen. Man könne bis zum Morgengrauen durchtanzen. Auf die sexuelle Leistungsfähigkeit wirke sich das Getränk positiv aus, das zugleich den Appetit verringere. „Ich trinke auch ab und zu ein Glas davon. Dann halte ich besser durch“, sagt Michal Levit. Sie hatte den Kat-Saft auf einer Party in Jerusalem kennengelernt. Im vergangenen Sommer setzte die Gastronomin als erste das belebende Getränk dann auf die Karte des „Hameorav“-Restaurants.

          Szenegetränk des Sommers

          Das Konzentrat der Pflanze, die auf den Berghängen der Arabischen Halbinsel und am Horn von Afrika wächst, ist dabei, zum israelischen Szenegetränk des Sommers zu werden. Immer mehr Lokale bieten es an. Mit der Überschrift „Saft zu Gold machen“ fasste die israelische Tageszeitung „Haaretz“ den Erfolg der verflüssigten Kaudroge zusammen, die in den meisten europäischen Ländern verboten ist. In Israel machte der Gesetzgeber jedoch wegen der vielen Einwanderer aus dem Jemen und Äthiopien eine Ausnahme. Man wollte ihre Tradition nicht unter Strafe stellen und erlaubte das Kauen der Blätter. Traditionell wird dabei nur der Saft geschluckt, der Rest später ausgespuckt.

          Kat stammt in Israel meist aus dem äthiopischen Bergland und lässt sich in auch über das Internet bestellen. Israelische Ärzte warnen davor, dass ein Zuviel an Kat-Saft der Gesundheit schaden kann. Gefährlich sei auch, dass Konsumenten ihrem Körper zu viel zumuteten. Gesundheitsbehörden und Regierung beobachten die Entwicklung, haben aber noch nicht eingegriffen. „Ich kann keinen Grund erkennen, weshalb der Kat-Saft auf einmal illegal sein sollte“, sagt die Tel Aviver Gastwirtin Michal Levit. Es handele sich auch nicht nur um einen Partydrink. Tagsüber bestellen Büroangestellte und Geschäftsleute den Saft, um besser ihre Arbeit bewältigen zu können.

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