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Dramatische Entwicklung : Weniger als 800 Organspender im vergangenen Jahr

  • Aktualisiert am

Organspendeausweis. Immer weniger Menschen sind bereit, ihre Organe zu spenden (Archivbild). Bild: dpa

Fachleute schlagen Alarm: Die Zahl der Organspender sinkt und sinkt. Bisher hat nichts gegen den Vertrauensverlust geholfen, wie exklusive Zahlen der F.A.S. belegen.

          Die Zahl der Organspender ist in Deutschland ein weiteres Mal gesunken. „Wir hatten im vergangenen Jahr 797 Organspender. Das bedeutet einen Rückgang von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, sagte der Medizinische Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) Axel Rahmel der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.).

          Dieselbe Tendenz bei leicht abweichenden Zahlen weist der noch unveröffentlichte Jahresbericht der Stiftung Eurotransplant auf. Er spricht von 769 Spendern und einem Rückgang von acht Prozent und wurde von der „Süddeutschen Zeitung“ publik gemacht.

          Die Differenz ergibt sich daraus, dass Eurotransplant nur diejenigen Spender zählt, deren Organe nicht nur entnommen, sondern auch für tauglich befunden und tatsächlich verpflanzt wurden.

          Noch 2007 betrug die Zahl der Organspender laut DOS-Statistik 1313, das waren etwa 65 Prozent mehr als 2017. Auch die Zahl der gespendeten Organe aus Deutschland ging zurück: auf 2594, das sind 9,5 Prozent weniger als im Vorjahr.

          Pro Spender seien weniger Organe von den Transplantationszentren akzeptiert worden, sagte Rahmel der F.A.S. Nur in Bayern ist gegen den Bundestrend eine Steigerung der Organspenden um 18 Prozent im Jahr 2017 zu verzeichnen.

          Rahmel führte dies auf klare und verbindliche Regelungen zurück, die in Bayern nach dem Transplantationsskandal im Jahr 2012 konsequenter umgesetzt worden seien als in anderen Bundesländern.

          Insgesamt wertete Rahmel die neu eingeführten Kontrollmechanismen aber als positiv. „Die letzten Berichte der Prüfungskommission zeigen erfreulicherweise, dass systematische Manipulationen, wie wir sie gekannt haben, nicht mehr vorkommen.“

          Trotzdem habe man sich erhofft, dass alle Maßnahmen, die der Gesetzgeber und die DSO die vergangenen Jahre ergriffen haben, um Organspenden so sicher und transparent wie möglich zu machen, einen größeren Effekt haben würden. „Aber die Ursachen für die niedrigen Spenderzahlen sind tiefgründiger. Zudem gilt: Vertrauen zu verlieren, ist ganz leicht. Vertrauen zurückzugewinnen, ganz schwierig.“

          Konstant geblieben ist im vergangen Jahr allein das durchschnittliche Spenderalter. Es liegt bei 56 Jahren.

          Das Interview mit Axel Rahmel von der DSO können Sie am Sonntag in der F.A.S. lesen oder ab 20 Uhr im E-Paper.

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