28.06.2011 · Diabetes ist so gut wie überall auf der Welt verbreitet. Die Zahl der Erwachsenen hat sich in den vergangenen 30 Jahren mehr als verdoppelt. In naher Zukunft kann dies zur größten Belastung der Gesundheitssysteme werden.
Von Peter-Philipp SchmittDie Zahl der Erwachsenen mit Diabetes hat sich in den vergangenen 30 Jahren auf der ganzen Welt mehr als verdoppelt. Statt wie bislang angenommen etwa 285 Millionen Menschen leiden nach Erkenntnissen einer aktuellen Studie mehr als 347 Millionen an Diabetes, das sind fast zehn Prozent aller Erwachsenen auf der Welt. Im Jahr 1980 waren 153 Millionen Menschen zuckerkrank. Inzwischen leben 138 Millionen Diabetiker in den beiden bevölkerungsreichsten Ländern der Erde, Indien und China, weitere 36 Millionen in den Vereinigten Staaten und Russland.
Damit ist nach Angaben von Majid Ezzati vom Imperial College in London, der die Studie zusammen mit Goodarz Danaei von der Harvard School of Public Health in Cambridge in Massachusetts leitete, Diabetes inzwischen so gut wie überall auf der Welt verbreitet. Die Wissenschaftler werteten für die bislang größte Diabetes-Studie 2,7 Millionen Daten von Patienten aus, die älter als 25 Jahre waren. Die Zahlen aus 199 Ländern und Gebieten wurden anschließend statistisch hochgerechnet.
Die größte Belastung des Gesundheitsystems
Am häufigsten kommt der Diabetes Typ 2 vor, der früher auch Altersdiabetes genannt wurde. Eine seiner Hauptursachen ist Übergewicht. Die Autoren der Studie, die gerade in der britischen Fachzeitschrift "Lancet" veröffentlicht wurde, führen rund 30 Prozent aller Diabetes-Fälle auf Fettleibigkeit zurück, 70 Prozent auf eine immer älter werdende Bevölkerung. Längst sei Diabetes nicht mehr nur eine Krankheit in den reichen Ländern, schreiben Ezzati und Danaei. Massiv von Diabetes seien vielmehr die kapverdischen Inseln, Samoa, Saudi-Arabien, Papua-Neuguinea und die Vereinigten Staaten betroffen. Die wenigsten Fälle habe man im südlichen Afrika, in Teilen Südostasiens und in den Andenregionen Südamerikas gezählt. Nach Meinung Ezzatis wird Diabetes in naher Zukunft die größte Belastung unter allen Krankheiten für die Gesundheitssysteme der Welt werden.
Weniger als zehn Prozent der Zuckerkranken leiden an einem absoluten Insulinmangel (Diabetes Typ 1). Neun von zehn hingegen haben eine Insulinresistenz (Typ 2), bei der das Insulin an den Zellmembranen nicht richtig wirken kann. In Deutschland werden bereits mehr als 20 Prozent der Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherungen für die Behandlung des Diabetes und seiner Begleit- und Folgeerkrankungen aufgewendet. Die Ausgaben beliefen sich nach Angaben der Diabetes-Union im Jahr 2010 auf rund 40 Milliarden Euro.
Eine Statistik sollte nachvollziehbar sein
Herbert Nau (herbert.nau)
- 29.06.2011, 10:59 Uhr
Diabetes - keine Panik
Gunter Frank (gunterfrank)
- 29.06.2011, 11:33 Uhr
Diabetes - noch etwas
Gunter Frank (gunterfrank)
- 29.06.2011, 11:45 Uhr
Peter-Philipp Schmitt Jahrgang 1967, Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.
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