31.10.2007 · China bezahlt offenbar einen hohen Preis für die zunehmende Verschmutzung der Umwelt. Wie chinesische Medien berichten, ist die Zahl der mit Missbildungen geborenen Kinder seit 2001 um fast 40 Prozent angestiegen.
Das hohe Modernisierungstempo kommt die Chinesen teuer zu stehen: Wie die staatliche Zeitung „China Daily“ berichtete, ist die Zahl der mit Missbildungen geborenen Kinder seit 2001 um fast 40 Prozent angestiegen.
Rund eine Million der insgesamt 20 Millionen Neugeborenen im Jahr ist demnach betroffen, bei rund 300.000 Babys seien „sichtbare Deformationen“ beobachtet worden. Mehr als ein Drittel dieser Kinder sterbe kurz nach der Geburt.
Besonders stark betroffen seien die Regionen um die zahlreichen Kohlekraftwerke des Landes, in denen die Luft- und Wasserverschmutzung besonders dramatisch sei, berichtet das Blatt unter Berufung auf Behördenangaben. In China haben Statistiken zufolge Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser.
Immer mehr Frauen bekommen Brustkrebs
In den großen Städten Chinas erkranken derweil immer mehr Frauen an Brustkrebs. In der Metropole Shanghai stieg die Brustkrebsrate in den vergangenen zehn Jahren um 31 Prozent, in Peking wurde ein Anstieg um 23 Prozent verzeichnet, wie „China Daily“ berichtete. Grund sei der „ungesunde Lebensstil“ der Stadtbewohner, zitierte das Blatt einen Krebsforscher der Chinesischen Akademie für Medizinische Wissenschaft.
Viele Frauen ernährten sich falsch und seien bei der Arbeit zu viel Stress ausgesetzt. In Peking leiden demnach 45, in Shanghai 55 von 100.000 Frauen an Brustkrebs. Die Rate ist damit immer noch erheblich niedriger als in Industriestaaten. Auch wegen des durch das Wirtschaftswachstum begünstigten Vormarschs westlichen Fastfoods leiden immer mehr Chinesen an sogenannten Zivilisationskrankheiten.
Peking tappt in die Grube, die es sich gräbt
Gabor von Zoltan (Putinras)
- 31.10.2007, 14:57 Uhr
China Daily und die Propaganda
Milena Rehborn (artalpina)
- 13.11.2007, 04:13 Uhr