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Carla Bruni im Gespräch : „Die Verteufelung von Aids führt zur Nichtbehandlung“

  • Aktualisiert am

Carla Bruni: Engagiert sich gegen Aids Bild: Helmut Fricke

Zum Welt-Aids-Tag spricht Carla Bruni über ihr Engagement als Botschafterin des Globalen Fonds gegen Aids, Malaria und Tuberkulose. Brunis älterer Bruder starb im Jahr 2006 an Aids, ihre Familie gründete eine Stiftung.

          Zum Welt-Aids-Tag spricht Carla Bruni, 41, über ihr Engagement als Botschafterin des Globalen Fonds gegen Aids, Malaria und Tuberkulose. Brunis älterer Bruder starb im Jahr 2006 an Aids, ihre Familie gründete eine Stiftung.

          Sie sind Sängerin, Frankreichs „First Lady“, also Première Dame, und jetzt auch Anti-Aids-Botschafterin. Aus welchem Grund haben Sie sich für diese humanitäre Aufgabe entschieden?

          Für mich war es ziemlich schnell klar, dass ich für den Globalen Fonds gegen Aids, Tuberkulose und Malaria wirken wollte. Ich verfolge die hervorragende Arbeit des Fonds schon länger. Deshalb habe ich nicht gezögert, die Rolle als Botschafterin zu akzeptieren. Ich widme mich besonders der Aids-Vorsorge für Frauen und Kinder, weil es da noch viel auszurichten gibt. Die Kommunikation, ja, die Aufklärungsarbeit ist besonders entscheidend, damit schwangere Frauen sich einem HIV-Test unterziehen. Ungeborene Kinder können noch im Mutterleib vor einer Übertragung geschützt werden. Der Globale Fonds verfügt über die Medikamente, aber vielen Schwangeren, gerade in Afrika, fehlt noch der Reflex, sich testen und im Bedarfsfall behandeln zu lassen. Wenn ich dank meiner Rolle, vielleicht auch dank meiner Bekanntheit, dazu beitragen kann, dass sich das ändert, dann habe ich viel erreicht.

          Sie will dank ihrer Bekanntheit dazu beitragen, dass Aids eingedämmt wird
          Sie will dank ihrer Bekanntheit dazu beitragen, dass Aids eingedämmt wird : Bild: Helmut Fricke

          In einer Rede vor den Vereinten Nationen haben Sie vor kurzem die Staats- und Regierungschefs der Welt aufgefordert, dafür zu sorgen, dass von 2015 an kein Kind mehr im Mutterleib mit dem HIV-Virus infiziert wird. Glauben Sie, dass dieses Ziel erreicht werden kann?

          Wir könnten 400.000 Babys pro Jahr retten. Wenn wir es schaffen, würden von 2015 an alle Kinder von HIV-infizierten Müttern in bester Gesundheit zur Welt kommen. Das wäre wunderbar. Wir sind nicht weit von diesem Ziel entfernt, wir haben schon unglaubliche Fortschritte in den vergangenen Monaten gemacht. Ich will meinen Teil dazu beitragen, dass wir weiter vorankommen. Natürlich muss man um Gelder betteln, aber das ist nicht sehr unangenehm, wenn man bedenkt, wie sehr damit das Schicksal von vielen Familien verändert werden kann.

          Wirbt die Anti-Aids-Botschafterin auch bei ihrem Ehemann, dem französischen Staatspräsidenten, für ihre Mission?

          Die Regierungen haben fast alle schon von selbst viel zum Globalen Fonds beigetragen. Sie müssen damit weitermachen, auch während der Krise. Gerade in der Weltwirtschaftskrise ist es wichtig, dass die Großzügigkeit nicht nachlässt, dass der Kampf gegen Aids nicht vergessen wird.

          Nutzen Sie denn manchmal offizielle Anlässe, um im Kampf gegen Aids Unterstützung zu gewinnen?

          Ich spreche nicht mit den Staats- und Regierungschefs, die in Frankreich zu Gast sind oder denen ich bei Reisen begegne. Ich sage ihnen „Bonjour“, das ist alles. Normalerweise spricht nur mein Mann mit den Staats- und Regierungschefs. Ich rede mit den Ehefrauen, und leider sprechen wir da selten über Themen wie den Globalen Fonds. Eigentlich rede ich auch mit meinem Mann nicht viel darüber, das sind ja keine persönlichen Fragen, nichts, womit wir unsere Abendunterhaltungen bestreiten. Entscheidungen über die Mittelvergabe für den Globalen Fonds sind ernsthafte Regierungsfragen, da mische ich mich nicht ein. Aber natürlich weiß ich, dass mein Mann meine Mission unterstützt.

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