Home
http://www.faz.net/-guw-74ygl
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
50 plus

Brechdurchfall-Epidemie Menschen sollen Virus mit aufs Schiff gebracht haben

Gleich auf zwei Ausflugsdampfern sind am Wochenende Passagiere massenweise an Übelkeit und Brechanfällen erkrankt. In einem Fall können Lebensmittel als Ursache wahrscheinlich ausgeschlossen werden.

© dpa Vergrößern Großeinsatz auf der „MS Bellriva“ in Wiesbaden

Die Erreger der Brechdurchfall-Epidemie auf dem Rhein-Ausflugsdampfer „MS Bellriva“ sind vermutlich von einem Passagier oder Crew-Mitglied eingeschleppt worden. „Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit können Lebensmittel als Ursache ausgeschlossen werden“, sagte der Leiter des Wiesbadener Gesundheitsamtes, Holger Meireis, am Montag. Unklar bleibe aber, wer genau die Noroviren auf das Schiff brachte. „Das lässt sich niemals zurückverfolgen.“

Mehr zum Thema

Auf der „MS Bellriva“ hatten sich am Samstag 72 Menschen mit dem Virus angesteckt und waren an Brechdurchfall erkrankt. Bis auf einen Passagier seien alle wieder gesund, sagte Meireis. Der Reederei könne kein Vorwurf gemacht werden. „Die Menschen sind nicht so hygienisch, wie sie oft glauben. Das ist der Motor einer solchen Infektion.“

Nach Reederei-Angaben ist jeder Passagier beim Betreten des Schiffes aufgefordert, seine Hände zu desinfizieren. Aber nicht nach jedem Ausflug an Land kontrolliere man die zurückkehrenden Gäste, sagte der Geschäftsführer der betroffenen Reederei, Herbert Rösch. Er kündigte an, auch nicht erkrankten Passagieren den Reisepreis zu erstatten.

Möglicher Zusammenhang zwischen beiden Vorfällen

Am Sonntag war damit begonnen worden, das Schiff zu desinfizieren. Am Dienstag soll es zum Heimathafen Köln-Deutz fahren. Die nächsten drei geplanten Kreuzfahrten der „MS Bellriva“ hat die Reederei abgesagt. Passagiere gehen erst am 22. Dezember wieder an Bord. 

Auf einem Rhein-Ausflugsschiff in Baden-Württemberg waren am Sonntag mehr als 70  Passagiere an Übelkeit und Brechanfällen erkrankt. Das Rheinschiff war auf dem Weg  von Straßburg nach Breisach. Eine definitive Erklärung für die Massenerkrankung gibt es bisher nicht. Erst am Dienstag sei mit  dem Ergebnis der medizinischen Untersuchungen zu rechnen, teilte  die Polizei in Freiburg mit. Die Behörden  prüfen laut Polizei auch einen möglichen Zusammenhang mit einem  Norovirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff in Hessen.

Auch von dem aus Straßburg kommenden Schiff waren mehrere  Passagiere am Sonntag ins Krankenhaus gebracht worden. Von den fünf  in eine Breisacher Klinik eingelieferten Betroffenen waren am  Montag noch drei in stationärer Behandlung, wie die Polizei  erklärte. In Müllheim konnten alle vier Patienten das Krankenhaus  bereits wieder verlassen.

Quelle: Faz.Net mit dpa/AFP

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Epidemiologie Wie lässt sich Ebola stoppen?

Die Zahl der Infektionen steigt exponentiell. Ohne Impfstoff sieht es düster aus. Mehr Von Jörg Albrecht

27.10.2014, 09:52 Uhr | Wissen
Ebola-Fall auf Kreuzfahrtschiff Kreuzfahrt-Passagier in Ebola-Quarantäne

Auf der Carnival Magic sitzt eine möglicherweise Ebola-infizierte Passagierin in ihrer Kabine. Niemand will sie an Land lassen, das Schiff darf in Mexiko nicht mal anlegen. Die Urlauber an Bord lassen sich den Appetit dadurch nicht verderben.Die Reederei Carnival erklärte, sie sei vom US-Außenministerium darüber informiert worden, dass eine Person an Bord dem Virus ausgesetzt gewesen sein könnte. Mehr

18.10.2014, 12:04 Uhr | Gesellschaft
Ebola Amerika will Quarantäne wieder aufheben

Unkoordiniert und überhastet: So nennt das Weiße Haus Medienberichten zufolge die Ebola-Quarantäne, die mehrere amerikanische Bundesstaaten angeordnet hatten. Diese soll nun wieder aufgehoben werden. Mehr

26.10.2014, 16:49 Uhr | Gesellschaft
Ebola - tödliches Virus aus Afrika

Die Ebola-Epidemie in Westafrika gilt als die schwerste seit der Entdeckung des Virus vor fast vier Jahrzehnten. Der Erreger wird vor allem durch Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragen. Infizierte leiden an Fieber, Muskelschmerzen, Durchfall bis hin zu inneren Blutungen und Organversagen. Je nach Erregertyp verläuft die Seuche in bis zu 90 Prozent der Fälle tödlich. Mehr

18.09.2014, 17:36 Uhr | Wissen
Kubas Kampf gegen Ebola Die Chefärzte der internationalen Solidarität

Hunderte kubanische Helfer kämpfen in Westafrika gegen Ebola. Sie folgen damit einer revolutionären Tradition - und werden selbst von den Amerikanern gelobt. Mehr Von Matthias Rüb

23.10.2014, 09:48 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 10.12.2012, 14:03 Uhr

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden