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Volkskrankheit Bluthochdruck : Bolivien verbietet Salzstreuer in Restaurants

Darf es in bolivianischen Restaurants nicht mehr geben: Salzstreuer auf dem Tisch Bild: AFP

Viel Salz gehört in bolivianischen Küchen einfach dazu. Gut für das Herz-Kreislauf-System ist das nicht. Jetzt schreitet die Regierung ein.

          Die Regierung in La Paz will den exzessiven Salzkonsum der rund elf Millionen Bolivianer reduzieren. Deshalb dürfen Restaurants nicht länger Salzstreuer auf ihre Tische stellen und müssen auf den Speisekarten zudem den Salz- und auch den Zuckergehalt der angebotenen Speisen angeben. Mit den Maßnahmen, die vom neuen Verbraucherschutzminister Guillermo Mendoza jetzt vorgestellt wurden, soll in erster Linie dem Problem des Bluthochdrucks bei immer mehr Bolivianern begegnet werden.

          Matthias Rüb

          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Nach Angaben der Regierung in La Paz leidet inzwischen ein Drittel der Bolivianer unter Bluthochdruck, der vor allem von übermäßigem Salzkonsum verursacht wird. Bei 30 Prozent der Patienten bleibt der Befund, der zu Herz-Kreislauferkrankungen und im Extremfall zum Schlaganfall führen kann, wegen fehlender Kontrolluntersuchungen unentdeckt. Die Bolivianer nehmen im Durchschnitt täglich sieben Gramm Salz zu sich, das liegt deutlich über dem von der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation empfohlenen Höchstwert von fünf Gramm pro Tag.

          Mit ähnlichen Maßnahmen haben auch die Regierungen in Mexiko und Uruguay den zu hohen Salzkonsum ihrer Bevölkerungen zu reduzieren versucht. Ob die Entfernung von Salzstreuern aus Restaurants zu einer signifikanten Verringerung des Salzkonsums und damit des Bluthochdrucks in der Bevölkerung führen kann, ist aber fraglich. Die verbreitete Gewohnheit, Speisen mit zu viel Salz zuzubereiten, hat längst die heimischen Küchen in Bolivien und in den meisten anderen Ländern Lateinamerikas erreicht.

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