Home
http://www.faz.net/-guw-73wef
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
50 plus

Bezirksamt fordert Bußgeld Informationen über Darmkeime offenbar zurückgehalten

Die Darmkeim-Infektionen in Berlin sorgen weiter für Unruhe: Nun meldet sich das Bezirksamt Berlin-Mitte zu Wort und kündigt Bußgelder an. Die Infektionen seien verschwiegen und zu spät gemeldet worden.

© dpa Vergrößern Dem Deutschen Herzzentrum wird vom zuständigen Bezirksamt ein Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz vorgeworfen.

Es gibt weiter Wirbel um die Darmkeim-Infektionen in Berlin: Nach Einschätzung des Bezirksamtes Berlin-Mitte hat das Deutsche Herzzentrum die Infektionen von Kindern verschwiegen und zu spät gemeldet. „Das ist ein Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz“, sagte die Leiterin des zuständigen Gesundheitsamtes, Anke Elvers-Schreiber am Freitag. Zuvor war bekanntgeworden, dass nicht nur an der Charité, sondern auch am benachbarten Herzzentrum Darmkeim-Infektionen ausgebrochen waren.

Auch die Charité habe zu spät reagiert. Bezirksbürgermeister Christian Hanke (SPD) kündigte als Konsequenz Bußgelder in dreistelliger Höhe gegen beide Einrichtungen an. Zunächst müsse die Krise aber aufgearbeitet werden.

Laut Bezirksamt wurden die Darmkeime im Herzzentrum bereits Mitte September nachgewiesen, jedoch erst in dieser Woche dem Gesundheitsamt mitgeteilt. Drei ursprünglich infizierte Babys seien inzwischen aus dem Herzzentrum entlassen worden, ein Neugeborenes starb am 5. Oktober. Ein weiteres Kind trug die Keime in sich, die Krankheit brach aber nicht aus. Auf den beiden betroffenen Charité-Stationen gebe es keine neuen Infektionsfälle. Ob die Keime zwischen beiden Häusern hin- und hergetragen wurden, sei noch unklar.

Nach dem Tod des Babys, das im Herzzentrum starb, ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung. Am Donnerstag ließen Ermittler Krankenakten der Charité und des Herzzentrums sicherstellen.

Mehr zum Thema

Quelle: DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Masern-Welle Täglich bis zu 30 neue Masernfälle in Berlin

Masern breiten sich in der Hauptstadt weiter schnell aus: Allein von Mittwoch auf Donnerstag wurden knapp 30 neue Fälle registriert. Insgesamt sind es schon mehr als 600. Mehr

26.02.2015, 15:43 Uhr | Gesellschaft
Einziges Überlebendes Tiger-Baby in Berlin vorgestellt

Alisha, ein sibirisches Tiger-Baby, ist im Dezember im Tierpark Berlin auf die Welt gekommen. Ursprünglich waren es drei Geschwister. Aber nur Alisha hat überlebt. Mehr

23.01.2015, 08:45 Uhr | Aktuell
Masern in Berlin Ärztekammer fordert Impfpflicht

Angesichts des Masern-Ausbruchs in Berlin werben Ärzte und Kassen für Impfungen. Der Tod eines Kleinkindes heizt die Debatte an. Mehr

24.02.2015, 09:22 Uhr | Gesellschaft
Hilfe für Schwangere Hausfrauen-Armee rettet tausende Babys in Nepal

In Nepal gibt es wenig Krankenhäuser, das ist vor allem für Schwangere ein Risiko. Um Infektionen zu vermeiden, verteilen Frauen als freiwillige Helfer ein spezielles Gel an die Schwangeren. Die Reise ist aber auch für die helfenden Frauen nicht gerade einfach. Mehr

09.12.2014, 10:35 Uhr | Gesellschaft
Kampf gegen Masern Minister Gröhe schließt Impfpflicht nicht aus

Der Tod eines anderthalbjährigen Jungen in Berlin gibt der politischen Debatte um vorsorgliche Impfungen neue Nahrung. Das Kind war an Masern gestorben. Nun meldet sich Gesundheitsminister Gröhe. Mehr

23.02.2015, 12:48 Uhr | Gesellschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 26.10.2012, 11:36 Uhr

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden