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Süchtig machende Schmerzmittel : Amerikanische Ärzte verschreiben weniger Opioide

  • -Aktualisiert am

Mehr als zwei Millionen Amerikaner sind von Schmerzmitteln abhängig. Bild: dpa

Zwar geht die Anzahl der in Amerika verschriebenen Schmerzmittel zurück. Sie ist aber immer noch enorm hoch. Ein Problem, denn für viele sind Opioide der Einstieg in die Heroin-Sucht.

          Nach Jahren ungebremsten Verschreibens stellen amerikanische Ärzte weniger Rezepte für Opioide aus. Laut einer Studie der Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention (CDC) sank die Zahl der Rezepte für Schmerzmittel wie Fentanyl und Oxycodon in den Jahren von 2010 bis 2015 um etwa 18 Prozentpunkte.

          Im Jahr 2015 wurden aber weiterhin dreimal mehr Opioide verschrieben als im Jahr 1999. „Die Wahrheit ist, dass immer noch zu viele Menschen zu viele Rezepte für zu viele Tage und mit zu hoher Konzentration erhalten“, sagte die CDC-Chefin Anne Schuchat bei der Vorstellung der Untersuchung.

          CDC-Chefin Anne Schuchat: „Die Wahrheit ist, dass immer noch zu viele Menschen zu viele Rezepte für zu viele Tage und mit zu hoher Konzentration erhalten.“
          CDC-Chefin Anne Schuchat: „Die Wahrheit ist, dass immer noch zu viele Menschen zu viele Rezepte für zu viele Tage und mit zu hoher Konzentration erhalten.“ : Bild: EPA

          Im Jahr 2015 starben in den Vereinigten Staaten etwa 33.000 Menschen durch opioidhaltige Medikamente. Mehr als zwei Millionen Amerikaner sind von Schmerzmitteln abhängig. Da drei von vier Heroinsüchtigen durch verschreibungspflichtige Medikamenten an illegale Drogen herangeführt wurden, erwartet Schuchat, durch einen Rückgang der Rezepte auch die Zahl der Heroinanhängigen zu senken. „Die Verschreibungspraxis ist ein sehr wichtiges Teil des Puzzles“, sagte die Medizinerin.

          Schmerzmittel wurden lange verharmlost

          Beobachter machen für die sogenannte Opioidkrise in den Vereinigten Staaten Ärzte und Pharmakonzerne verantwortlich, die in den neunziger Jahren verschreibungspflichtige Schmerzmittel verharmlosten. Wie Studien damals fälschlicherweise behaupteten, bargen Medikamente wie Oxycodone angeblich kein Suchtrisiko.

          Nachdem im Nordosten und Mittleren Westen in den vergangenen Jahren mehr Todesfälle durch Opioide gezählt wurden als in anderen Regionen, sind Bundesstaaten wie Connecticut, New York und Rhode Island inzwischen dazu übergegangen, Rezepte für opioidhaltige Schmerzmittel per Gesetz auf sieben Tage zu beschränken.

          Quelle: F.A.Z.

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