Home
http://www.faz.net/-guw-760i7
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
50 plus

Amerika Grippewelle tötet mindestens 30 Kinder

Mehrere Tausend Menschen sind in den Vereinigten Staaten an Grippe erkrankt. Mindestens 30 Kinder sind gestorben. Im Staat New York und in Boston wurde der medizinische Notstand ausgerufen.

© AP Vergrößern Der amerikanische Präsident ließ sich schon 2009 gegen Grippe impfen.

Bei einer ungewöhnlich frühen Grippewelle, die sich laut amerikanischer Seuchenschutzbehörde (CDC) in den vergangenen zwei Wochen zur Epidemie ausweitete, sind in den Vereinigten Staaten mindestens 30 Kinder gestorben. Zudem meldeten Bundesstaaten wie South Carolina und Pennsylvania bis zu zwei Dutzend erwachsene Tote. Insgesamt mussten seit Ausbruch der Grippewelle Anfang Oktober etwa 6000 Patienten mit Symptomen wie hohem Fieber, Atemnot und Gliederschmerzen in Krankenhäusern behandelt werden.

Nach Joseph Bresee, Leiter der CDC-Abteilung für Influenza, erinnerte der Ausbruch der Infektionskrankheit an die Epidemie des Jahres 2003, die ebenfalls früher einsetzte als gewöhnlich. Damals starben nach der Infektion mit dem Influenzavirus A, der auch im vergangenen Oktober die Grippewelle auslöste, mehr als 48.000 Amerikaner. Inzwischen hat die Epidemie in 48 Bundesstaaten mehr als die Hälfte aller Bezirke erreicht.

Aus 30 Bundesstaaten und der Stadt New York wurde zudem eine besonders „hohe Aktivität“ gemeldet. „Die Grippe hat die meisten Regionen des Landes befallen. Sie könnte sich noch einige Wochen halten“, sagte Thomas Frieden, der Direktor der Centers for Disease Control and Prevention, der „New York Times“. Da im Bundesstaat New York mehr als 20.000 Menschen erkrankten, rief Gouverneur Andrew Cuomo in der vergangenen Woche den medizinischen Notstand aus, um auch Kinder in Apotheken impfen lassen zu können. Während in Illinois mehrere überfüllte Krankenhäuser Patienten abwiesen, errichtete das Lehigh Valley Hospital in Allentown in Pennsylvania ein Zelt, um Kranke mit schwächeren Symptomen zu behandeln.

Mehr zum Thema

Nachdem in Boston im Bundesstaat Massachusetts in den vergangenen Wochen zehnmal mehr Grippekranke gezählt worden waren als im Vorjahr, erklärte Bürgermeister Thomas Menino in der größten Stadt Neuenglands ebenfalls den Notstand. Die Diözese wies die Priester der katholischen Gemeinden in Boston an, bei der Kommunion vorerst auf Wein aus einem gemeinsamen Kelch zu verzichten und das Händeschütteln durch eine Verbeugung zu ersetzen. Wie die Seuchenschutzbehörde mitteilt, ließen sich in den vergangenen Monaten vier von zehn Amerikanern gegen Grippe impfen. Der Schutzstoff wirke aber nur bei etwa 60 Prozent der Geimpften.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Ebola-Überlebende Dem Tod entronnen

Warum überleben manche Menschen Ebola und andere nicht? Eine Behandlung mit ZMapp oder eine Impfung mit Antikörpern scheint zu helfen. Doch allein an der Art der Therapie liegt es nicht. Mehr Von Peter-Philipp Schmitt

17.10.2014, 15:09 Uhr | Gesellschaft
Rätselhafte Erkrankung Hunderter junger Mädchen

Ein fast schon erschreckend alltäglicher Anblick in Carmen de Bolivar im Norden Kolumbiens: Mehr als 300 junge Mädchen wurden in den vergangenen drei Monaten mit ähnlichen Symptomen in Krankenhäuser eingeliefert - und keiner weiß offenbar, woran sie leiden. Verwirrung und Panik machen sich breit in dem Ort. Mehr

09.09.2014, 09:34 Uhr | Gesellschaft
Seuchenschutzbeauftragter Frieden Ebola größte Herausforderung seit Aids

Der Ebola-Ausbruch in Westafrika sei seit die schlimmste Epidemie seit dem Aufkommen von Aids, sagte der Direktor der amerikanischen Gesundheitsbehörde bei einem Treffen in Washington. Er fordert eine deutliche Verstärkung der internationalen Hilfsbemühungen. Mehr

09.10.2014, 22:24 Uhr | Gesellschaft
Schweres Erdbeben in Weinregion Napa Valley

Beim schwersten Erdbeben in der Region seit 25 Jahren sind am Sonntag im US-Bundesstaat Kalifornien Dutzende Menschen verletzt worden, mindestens zwei von ihnen schwer. Mehr

25.08.2014, 11:34 Uhr | Gesellschaft
Ebola Gefährliche Eingriffe

Der Zustand der mit Ebola infizierten spanischen Krankenschwester hat sich offenbar verbessert. Auch einer infizierten amerikanischen Krankenschwester geht es besser. Trotzdem sind in Amerika nur wenige Krankenhäuser auf Ebola eingestellt. Mehr Von Leo Wieland, Madrid und Christiane Heil, Los Angeles

13.10.2014, 20:18 Uhr | Gesellschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 24.01.2013, 13:58 Uhr

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden