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Amerika Erster Vioxx-Fall vor Gericht

12.07.2005 ·  Das Schmerzmittel Vioxx soll bei vielen Patienten zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit Todesfolge geführt haben. Gegen den amerikanischen Pharmakonzern Merck & Co liegen Tausende von Klagen vor. An diesem Montag beginnt in Texas der erste Prozeß.

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Im Rechtsstreit um angeblich verschwiegene Herz-Kreislaufrisiken des Schmerzmittels Vioxx des amerikansichen Pharmakonzerns Merck & Co beginnt am Montag der erste von Tausenden Entschädigungsprozessen gegen den Konzern. Er könnte richtungweisend für weitere Klagen in den Bundesstaaten New Jersey, Kalifornien und Texas sowie vor einem Bundesgericht in New Orleans sein.

In dem Verfahren im texanischen Angleton in der Nähe von Houston geht es um den Fall des verstorbenen Texaners Robert Ernst. Seine Familie fordert von Merck Schadenersatz, weil Ernst nach sechsmonatiger Einnahme von Vioxx im Mai 2001 im Alter von 59 Jahren an den Folgen von Herzrhythmusstörungen starb.

Insgesamt stehen 4000 Klagen an

Insgesamt stehen Merck nahezu 4000 Klagen und 118 Sammelklagen wegen Vioxx ins Haus. Der Konzern bestreitet jedoch, Risiken des Medikaments verschwiegen zu haben. Er haben in der klinischen Phase das Mittel an fast 10.000 Patienten getestet und dieses sofort vom Markt genommen, als die Gefahr bei längerer Einnahme deutlich geworden sei. Ein erhöhtes Risiko von Herzerkrankungen und Schlaganfällen sei nicht aufgetreten, sofern Patienten das Mittel nicht länger als 18 Monate eingenommen hätten und damit weit länger als Ernst.

In Angleton sollte Richter Ben Hardin an diesem Montag mit dem Verfahren zur Auswahl der Geschworenen beginnen. Der Prozeß wird voraussichtlich am kommenden Mittwoch oder Donnerstag starten und vier bis fünf Wochen dauern.

Vioxx: In Kandada bald wieder zugelassen

Vioxx gehört zur Medikamentenklasse der Coxibe oder Cox-2-Hemmer. Merck & Co hatte dieses verkaufsstarke Schmerzmittel Ende September 2004 vom Markt genommen, nachdem eine Krebsstudie gezeigt hatte, daß es das Risiko für Herz- und Schlaganfälle bei Patienten erhöht, die es länger eingenommen haben. Vioxx hatte Merck Milliarden-Umsätze beschert.

Ende vergangener Woche hatte die kanadische Regierung nach der Empfehlung eines Expertengremiums die Wiederzulassung von Vioxx für den Verkauf am kanadischen Markt zugesagt. Das wie Vioxx vom Markt genommene Konkurrenzprodukt Bextra des amerikanischen Pharmariesen Pfizer solle dagegen nicht wieder auf den Markt gebracht werden, empfahl das Gremium.

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