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Neue gefährliche Pollen : Angriff auf die Lunge

  • -Aktualisiert am

Immer häufiger sind Pollen der Pflanze Ambrosia verantwortlich für eine Allergie. Bild: Picture-Alliance

Sobald die Pflanzen blühen, läuft die Nase und die Augen tränen. Jetzt gibt es einen Neuling unter den gefährlichen Pollen.

          An den anderen denken

          Birkenpollen-Allergiker können bald aufatmen - und zwar wörtlich: Die Hauptbelastungszeit ist jetzt, Mitte Mai, fast vorüber. Nur in einzelnen Regionen kann die Blüte der Birkenpollen nach Angaben des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) noch bis in den Juni andauern. Dafür sind jetzt die Gräserpollen-Allergiker an der Reihe, die in diesem Jahr auch mit stärkeren Beschwerden rechnen müssen. Neu ist das Netzwerk „Pollentrend“ des DAAB. Es funktioniert ähnlich wie ein Staumelder. Betroffene melden unter www.pollentrend.de bundesweit, ob sie Beschwerden haben, wie stark diese sind, und informieren sich so gegenseitig. Eine sichere Vorhersage der Allergiegebiete bietet der Deutsche Wetterdienst (www.dwd.de) im Internet unter dem Stichwort „Pollenflug-Gefahrenindex“.

          Wenig bekannte Allergieauslöser

          Dass Birken- oder Erlenpollen Allergikern zu schaffen machen, ist bekannt. Doch Christa Wilcke, Hals-Nasen-Ohren-Ärztin mit allergologischer Praxis in Hamburg, stellt bei Allergietests verstärkt auch eine Sensibilisierung ihrer Patientin gegen Ambrosia fest, eine hochallergene Pflanze, die sich in Deutschland ausbreitet. Ambrosia-Pollen fliegen in der Regel ab August. Entdeckt man die Pflanze auf öffentlichen Flächen, informiert man am besten das Grünflächenamt. Taucht sie im eigenen Garten auf, reißt man sie mit Handschuhen samt Wurzel aus (in der Blütezeit mit Mundschutz), packt sie in einen Plastikbeutel und wirft sie in den Restmüll. Damit verhindert man, dass sich die aggressiven Allergene weiter verbreiten. Auch Pflanzen, die wir als harmlos einstufen, wie Olivenbäume oder die als Zimmerpflanze verbreitete Birkenfeige (Ficus benjamina), können Auslöser für eine Allergie sein.

          Im Alter erstmals Heuschnupfen

          „Früher hat man immer gesagt, im Alter trifft’s keinen mehr“, sagt Sonja Lämmel, Sprecherin beim DAAB. Das hat sich geändert: „Heute kann selbst bei einem 90-Jährigen eine Allergie erstmals auftreten.“ Viele Allergologen haben den Eindruck, dass Fälle mit Neu-Allergikern im Erwachsenenalter in der Praxis zunehmen, Zahlen gibt es dazu jedoch keine. Lämmel rät Erwachsenen, im zweiten oder dritten Jahr der Allergie mit einer Hyposensibilisierung anzufangen. Denn: Je kürzer die Allergie besteht, desto größer sind die Erfolgschancen.

          Heuschnupfen nicht unterschätzen

          Jeder vierte bis fünfte Deutsche hat eine oder mehrere Allergien. Mit Abstand am häufigsten sind dabei Reaktionen auf Pollen, gefolgt von Tierhaaren, Hausstaub und Schimmelpilzen. Deutlich seltener sind Allergien gegen Lebensmittel wie Erdnüsse, Eier oder Fisch. In den letzten Jahrzehnten hat die Zahl der Allergiker in den westlichen Industrieländern stark zugenommen, jetzt stabilisiert sie sich auf hohem Niveau. Wer Heuschnupfen hat, holt sich oft nur Medikamente in der Apotheke und verzichtet auf den Arztbesuch. Dabei wird die Asthma-Gefahr unterschätzt: „Mittlerweile liegt das Risiko eines Allergikers, Asthma zu entwickeln, schon bei 46 Prozent“, sagt HNO-Ärztin Wilcke. Als sie vor 25 Jahren angefangen hat, lag die Zahl gerade mal halb so hoch. Dabei kann eine unentdeckte Asthma-Erkrankung dramatische Folgen haben, im schlimmsten Fall führt ein Asthma-Anfall zum Tod.

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