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Welt-Aidstag : Der Anfang vom Ende von Aids

Hillary Clinton und Michel Sidibé sind sich einig: Die amerikanische Außenministerin und der Direktor von UN-Aids wollen eine Generation frei von Aids schaffen. Bild: AFP

Hillary Clinton will eine Aids-freie Generation schaffen. Für den Kampf gegen Aids geben die Vereinigten Staaten viel Geld aus. Deutschland aber hinkt hinterher.

          Auf der Welt-Aidskonferenz im Juli in Washington wurde ein Slogan Hillary Clintons zum geflügelten Wort: „Creating an Aids-Free Generation“. Kein Kind solle mehr mit dem HI-Virus zur Welt kommen. Das Ziel der amerikanischen Außenministerin geht einher mit der globalen Verpflichtung, im Jahr 2015 den „Anfang vom Ende von Aids“ einzuläuten.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Viel wurde in den vergangenen 30 Jahren erreicht: Wie UN-Aids anlässlich des Welt-Aidstages an diesem Samstag berichtet, ist die Zahl neuer HIV-Infektionen seit 2001 in 25 Ländern um 50

          Prozent und mehr zurückgegangen. Ein Erfolg, der vor allem auch darauf zurückzuführen ist, dass immer weniger Mütter das Virus auf ihre Neugeborenen übertragen. Trotzdem waren unter den 2,5 Millionen Neuinfizierten im Jahr 2011 noch immer 330.000 Säuglinge.

          Im vergangenen Jahr hatten acht Millionen Menschen mit HIV Zugang zu Aids-Medikamenten, 2002 waren es weniger als 500.000. Statt wie damals mehrere Hunderttausend Dollar im Jahr pro Patient kostet eine antiretrovirale Behandlung heute nur noch einige Hundert. Trotzdem haben sieben Millionen Aids-Kranke, die eine Therapie benötigen, keinen Zugang zu den Medikamenten. 2011 waren 34 Millionen Menschen mit HIV infiziert, 1,7 Millionen von ihnen starben an Aids. Das sind 25 Prozent weniger als noch 2005 – ein Rückgang um eine halbe Million. Knapp 70 Prozent (23,5 Millionen) aller HIV-Infizierten lebt in Afrika südlich der Sahara, jeder 20. dort hat sich inzwischen mit dem Aids-Erreger angesteckt. Fast 60 Prozent von ihnen sind Frauen.

          Im vergangenen Jahr flossen insgesamt 16,8 Milliarden Dollar (rund 13 Milliarden Euro) in den Kampf gegen Aids, das sind nach UN-Aids-Angaben etwa 30 Prozent zu wenig, um die bis 2015 gesteckten Ziele zu erreichen. Auch die unter anderen von den Musikern Bono und Bob Geldof mitbegründete Lobby- und Kampagnenorganisation One stellt den verantwortlichen Politikern vor allem der G-8-Staaten ein durchwachsenes Zeugnis aus. Die Vorreiterrolle auch im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit beanspruchen die Vereinigten Staaten demnach zu recht: Mit 4,53 Milliarden Dollar liegt das Land bei den internationalen Aids-Ausgaben weit vorne, gefolgt von Großbritannien (859 Millionen) und Frankreich (413), die ebenfalls gelobt werden. Deutschland aber (312) liege „in finanzieller wie politischer Hinsicht hinter den Ländern der Vergleichsgruppe zurück“, genauso wie Kanada (156), die Europäische Kommission (122), Japan (85), das allerdings 2011 nach dem schweren Erdbeben und dem folgenden Tsunami die Mittel stark kürzte, sowie Italien (fünf).

          One definiert den „Anfang vom Ende von Aids“ als den Zeitpunkt, zu dem die Zahl der jährlichen HIV-Neuinfektionen niedriger ausfällt als die Zahl der Menschen, die jährlich neu in Behandlungsprogramme aufgenommen werden. Lege man die derzeitigen Fortschrittsraten zugrunde, dann werde die Weltgemeinschaft dieses hehre Ziel ohne weitere Anstrengungen frühestens 2022 erreichen.

          Quelle: F.A.Z.

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