19.04.2005 · Die Zahl der neu diagnostizierten HIV-Infektionen im Jahr 2004 ist leicht zurückgegangen. Jedoch sind immer mehr homosexuelle Männer betroffen. Auch das Schutzverhalten anderer Gruppen sei deutlich schlechter geworden.
Die Zahl der neu diagnostizierten HIV-Infektionen ist im Jahr 2004 insgesamt leicht zurückgegangen. Insgesamt wurden nach Angaben des neuen „HIV/Aids-Halbjahresberichts“ des Berliner Robert-Koch-Instituts 1929 Fälle gemeldet, 2003 waren es noch 1979 gewesen.
Die bereits in den vergangenen Jahren beobachtete Zunahme von Erstdiagnosen bei homosexuellen Männern hat sich hingegen weiter fortgesetzt: Sie stieg von 2003 auf 2004 um sechs Prozent. Männer, die mit Männern Sex haben, stellen mit knapp 47 Prozent die nach wie vor größte Betroffenengruppe, gefolgt von Infizierten, die aus sogenannten Hochprävalenzländern stammen (16 Prozent), Personen, die das HI-Virus durch heterosexuelle Kontakte erworben haben (13 Prozent) und Drogengebrauchern (sechs Prozent).
Risikoverhalten gestiegen
Gut ein Fünftel der Neuinfizierten sind Frauen. In den einzelnen Gruppen ist das Schutzverhalten nach einer Repräsentativerhebung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (“Aids im öffentlichen Bewußtsein 2004“) schlechter geworden, auch wenn, wie es heißt, die unter fünfundvierzigjährigen Alleinlebenden weiterhin auf hohem Niveau verhüten.
Besonders unter homosexuellen Männern im Alter von 30 bis 49 Jahren sei das Risikoverhalten gestiegen. Ein untrügliches Zeichen dafür ist nach Angaben der Bundeszentrale auch, daß sich die Zahl der Syphillis-Fälle von 2934 (2003) auf 3345 (2004) erhöhte.