25.08.2010 · Die Nierenspende-Operationen von SPD-Fraktionschef Steinmeier und seiner Ehefrau sind einem Sprecher zufolge geglückt. Ob die Niere vom Körper angenommen wird, wird sich aber erst in einigen Wochen zeigen.
Die Nieren-Operationen von SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und seiner Ehefrau Elke Büdenbender sind nach Angaben der Mediziner geglückt. „Nach Rücksprache mit den Ärzten kann ich mitteilen, dass die gestrigen Operationen gut verlaufen sind“, teilte Steinmeiers Sprecher Hannes Schwarz am Mittwoch in Berlin mit. „Beide machen zufriedenstellende Fortschritte“, fügte er hinzu.
Dem 54-Jährigen Politiker war am Dienstag zunächst eine gesunde Niere entnommen worden. Anschließend wurde das Organ bei dem mehrstündigen Eingriff seiner schwer erkrankten 48-jährigen Frau eingepflanzt. Ob die Niere vom Körper angenommen wird, wird sich erst in einigen Wochen endgültig zeigen.
Steinmeier hatte am Montag angekündigt, dass er sich als Organspender für seine Frau zur Verfügung stellt. Bis voraussichtlich Oktober nimmt er deshalb eine politische Auszeit.
Nach Angaben von medizinischen Fachleuten kann der Spender einer Lebendniere nach etwa sieben bis zehn Tagen die Klinik verlassen. Er ist vier Wochen bis drei Monate arbeitsunfähig. Eine Organempfängerin wie Steinmeiers Frau muss danach noch etwa zwei Wochen im Transplantionszentrum bleiben. Anschließend wird sie in eine Nachsorgeklinik verlegt.
SPD stellt Weichen für Abwesenheit Steinmeiers
Unterdessen hat die SPD weitere Weichen für die Abwesenheit ihres Fraktionschefs infolge der Nierenspende gestellt. Eine dreitägige Fraktionsklausur in der ersten September-Woche in Magdeburg wurde am Dienstag abgesagt. Stattdessen wollen die SPD-Parlamentarier in verkürzter Form unter Leitung des Interimsvorsitzenden Joachim Poß in Berlin beraten.
Anstelle von Steinmeier wird voraussichtlich Parteichef Sigmar Gabriel die Hauptrede bei der ersten Lesung des Haushalts 2011 Mitte September im Bundestag halten. In der SPD-Fraktion gab man sich zuversichtlich, dass Steinmeier bei der abschließenden Lesung des Etats im November selbst wieder im Plenum reden kann.