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Gesundheit Veranstalter müssen bei Hörschäden nach Konzerten zahlen

 ·  Zu laut - lautet das Urteil des Oberlandesgerichtes Koblenz. Deshalb muss der Veranstalter eines N'Sync-Konzertes Schmerzensgeld zahlen.

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Nach dem Besuch beim Konzert fiept und klingelt es in den Ohren. Und manchmal hört es gar nicht wieder auf - wie bei einer 13-jährigen Schülerin, die bei einem Konzert der Pop-Gruppe N'Sync zu nahe an den Lautsprechern gestanden hat.

Nach dem Konzert vom 1. März 1997 lautete die Diagnose bei dem Mädchen: "hochgradige, lärmtraumatische Innenohrschädigungen mit Tinnitus" (Ohrgeräuschen) "beidseits" und "Schwindelsymptomatik". Dafür hat das Oberlandesgericht Koblenz die Veranstalter des Konzerts verantwortlich gemacht und zu einem Schmerzensgeld von 9.000 Mark verurteilt.

Klägerin schuldlos

Das Gericht begründete das Urteil damit, dass die Schülerin über rund 90 Minuten einem "pflichtwidrig hohen Schallpegel" von bis zu 104 Dezibel ausgesetzt war. Für diesen gesundheitsgefährdenden Lärm sei allein der Veranstalter verantwortlich gewesen; die Klägerin treffe keine Mitschuld.

Hals-Nasen-Ohren-Ärzte sehen in dem Urteil eine lange überfällige Entscheidung. Sie setzen sich seit Jahren dafür ein, den Schallpegel bei Rockkonzerten, in Diskotheken aber auch in den Kopfhörern von "Walk-" und "Discman-"Geräten auf ohrverträglicheres Maß herabzusetzen. "Wir empfehlen zumindest ausreichend lange Ruhepausen für die Ohren, sollte es doch einmal zu laut geworden sein", sagt Hans-Udo Homoth, 1. Vorsitzender des Deutschen Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte.

Schäden ab 85 Dezibel

Die Lautstärke bei der das Ohr geschädigt wird liegt bei allen Menschen etwa gleich hoch, unabhängig, ob man laute Musik oder andere laute Geräusche wie Formel-1-Motorengeheul mag. Ab etwa 85 Dezibel - dem Lärm eines Lastwagens in fünf Meter Entfernung - wird es kritisch, wenn diese Lautstärke mindestens 40 Stunden pro Woche aufs Trommelfell schlägt. Bei 100 Dezibel, welche oft in die Ohren von Disko- und Konzertbesuchern dröhnen, gelten schon 90 Minuten pro Woche als ungesund. Wenn es zu laut wird, brechen die Haarzellen im Innenohr ab und sind unwiederbringlich zerstört.

Auch die bei streikenden Gewerkschaftern beliebten Trillerpfeifen erzeugen im Abstand von einem Meter einen Schallpegel von 120 Dezibel. Homoth: "Das ist die Schmerzschwelle und absolut schädlich."

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