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Gesundheit Ökologisch und gesundheitlich bedenkliche Fische

13.03.2003 ·  Greenpeace warnt vor ökologisch bedenklichen Fischen auf Deutschlands Tellern und Wissenschaftler warnen vor Prionen durch Tiermehlfütterung auch bei Fischen.

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Greenpeace warnt vor ökologisch bedenklichen Fischen auf Deutschlands Tellern und Wissenschaftler warnen vor Prionen durch Tiermehlfütterung auch bei Fischen. Einerseits geht es um die Erhaltung von Fischbeständen, andererseits aber ebenso um unbedenklichen Verzehr.

„Katastrophal“ ist das Urteil der Umweltorganisation Greenpeace in ihrem neuen Einkaufsführer „Fisch & Facts“ für mehr als die Hälfte der in Deutschland verbreiteten Arten von Fischen und Meeresfrüchten: darunter Alaska-Seelachs, Lachs, Tunfisch, Schrimps, Scholle und Rotbarsch. Empfehlenswert dagegen sind lediglich Karpfen, Makrele und Hering, wie Greenpeace-Meeresexerte Thilo Maack am Donnerstag in Hamburg sagte.

Beifang ist kritisch

Greenpeace kategorisierte die Fischarten nach zwei Aspekten. Einerseits geht es um den Artenbestand, aber auch um Fangmethoden und mögliche Schäden. „75 Prozent der Arten sind bereits überfischt oder am Rande der Überfischung“, sagte Maack. Pro Jahr werden den Angaben zufolge rund 100 Millionen Tonnen Fisch gefangen. Hinzu kommen allerdings 20 bis 30 Millionen Tonnen Beifang - Tiere die tot oder sterbend, ungenutzt über Bord geworfen werden.

So gibt es laut Greenpeace von Seelachs und Nordseegarnelen ausreichend viele Tiere. Allerdings müsse die Fangmethode verändert werden, da andere Meerestiere als Beifang in den Netzen landeten. Daher ordnet Greenpeace diese Fischarten zusammen mit der Sardinen, Miesmuscheln und Tintenfisch in die Kategorie „kritisch“ ein. Besonders schlecht steht es um den Kabeljau. Der Bestand werde „in allernächster Zeit“ zusammenbrechen, prognostizierte der Meeresexperte. Aale seien sogar vom Aussterben bedroht.

Chemische Verseuchung als Problem

Zur Überfischung kommt die chemische Verseuchung von Speisefischen durch die Verschmutzung der Meere. Auch aus diesem Grund sollten Heilbutt oder Thunfisch laut Greenpeace nicht zu oft auf dem Teller liegen, da beide Arten besonders stark belastet seien. Generell seinen fetthaltige Fische stärker belastet als magere. Dennoch ist umweltschonend gefangener Fisch aus gesunden Beständen aus Greenpeace-Sicht als Lebensmittel zu empfehlen.

Fisch-Forscher Gerd Hubold von der Hamburger Bundesanstalt sieht allerdings kaum Chancen der Verbraucher an der Ladentheke etwas gegen die Überfischung bestimmter Gewässer zu tun: Denn vielen Fischprodukten könne der Käufer gar nicht ansehen, wo das Tier gefangen wurde, erklärte er. Die Überfischung sei daher eher ein „Management-Problem“, das Wirtschaft und Politik lösen müssten.

Prionen in Fisch

Wissenschaftler der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München fanden in Zusammenarbeit mit Forschern des Robert-Koch-Instituts, Berlin, dass auch Lachse das Gen für ein Prion-Protein haben. Bei Fischen stehen Prion-Proteine in Zusammenhang mit "transmissiblen spongiformen Enzephalopathien" (TSE), also übertragbaren Erkrankungen des Gehirns, die zum Tode führen. Bekannte Beispiele dafür sind BSE bei Rindern und Scrapie bei Schafen. Menschen können verschiedene TSE entwickeln, unter anderem die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJD).

Eine Übertragung der Krankheit auf den Menschen scheint sehr unwahrscheinlich, weil Mensch und Fisch nicht sehr nahe verwandt sind. Ausschließen lasse es sich aber nicht: Spontanfälle der neuen Form der CJD beim Menschen lassen sich nie auf ein bestimmtes Ereignis zurückführen, sagte Rudolf Hoffmann, Projektleiter des Instituts für Zoologie, Fischereibiologie und Fischkrankheiten der LMU. "Mittlerweile ist es zwar verboten, Tierkörpermehle an Lachse zu verfüttern", so Hoffmann. "Wir wollen aber trotzdem Versuche mit Fischprionen im Reagenzglas und auch Infektionsversuche an Fischen durchführen, um endgültig zu klären, ob eine Gefährdung für den Menschen besteht. Bis dahin erscheint es allerdings sinnvoll, das Verfütterungsverbot beizubehalten."

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