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Gesundheit Fledermausspeichel gegen den Schlaganfall

11.01.2003 ·  Ein Enzym aus dem Speichel von Vampirfledermäusen löst Blutgerinnsel auf und könnte so bei der Behandlung von Schlaganfallpatienten helfen.

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Ein Enzym aus dem Speichel von Vampirfledermäusen löst Blutgerinnsel auf und könnte so bei der Behandlung von Schlaganfallpatienten helfen. Wissenschaftler der Monash Univeristy in Australien haben entdeckt, dass das Enzym, genannt Desmodus Rotundus Salivary Plasminogen Activator (DSPA), dreimal länger Blutgerinnsel im Gehirn auflösen kann als bisher eingesetzte Medikamente.

Rob Medcalf vom Department of Medicine der Monash University sagt nach Studien an Mäusen, dass das Enzym der Vampirfledermäuse bis zu neun Stunden nach einem ischämischen Schlaganfall eingesetzt werden kann. Es löse auch nach dieser vergleichsweise langen Zeit die Gerinnsel noch auf, ohne das Risiko für Hirnschädigungen zu erhöhen. Ischämische Schlaganfälle treten auf, wenn ein oder mehrere Blutgerinnsel den Blutzufluss zum Gehirn blockieren. Das Enzym DSPA wirkt, indem es gezielt Fibrin, die Gerüststruktur von Blutgerinnseln, zerstört.

Vom Evolutionsprozess maßgeschneidert

"Wenn eine Vampirfledermaus ihr Opfer beißt, sondert sie eine starke Gerinnsel-auflösende Substanz ab, so dass das Blut des Opfers, von dem sich die Fledermaus ernährt, immer weiter fließt," sagt Medcalf, der mit Kollegen die Ergebnisse der Arbeit im Magazin Stroke der American Heart Association veröffentlicht. "Das Enzym der Vampirfledermaus wurde im Evolutionsprozess für diese besondere Aufgabe maßgeschneidert." Das Enzym der Vampir Feldermaus hat einen weiteren großen Vorteil, denn es scheint nur einer Aufgabe zu dienen - der Auflösung von Gerinnseln.

Schon Mitte der 80er Jahre hatte Wolf-Dieter Schleuning, heute wissenschaftlicher Leiter der deutschen Biotechnologiefirma Paion, herausgefunden, dass das Enzym des Speichels der Vampirfledermaus dem Wirkstoff in einem gängigen Medikament ähnelt, bloß viel stärker ist.

Klinische Tests laufen

Für die Entwicklung therapeutischer Protein-Produktionsressourcen haben das Land Nordrhein-Westfalen und das Forschungsministerium insgesamt 7,7 Millionen Euro bereitgestellt. Das entsprechende Medikament mit dem Wirkstoff DSPA ist mittlerweile in klinischen Tests. Mehr als 25 Untersuchungszentren in elf Ländern in Europa und Singapur arbeiten an dieser Studie mit.

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