27.07.2002 · Die beliebten Hautverzierungen können zu einer lebenslangen Allergie führen, wenn kein reines Henna für die Malerei benutzt wird.
Die in zahlreichen Urlaubsländern angebotenen Verzierungen an Händen, Füßen oder an den Schultern können Ausschläge auslösen, die die Gefahr einer lebenslangen schweren Allergien bergen. Vor allem bei jungen Leuten werden die Henna-Tattoos immer beliebter.
Das alte orientalische Färbemittel wird in Reinform zwar von den meisten Menschen vertragen. Doch um den Farbton zu verbessern und eine schnellere Trockenzeit zu erreichen, wird ihm häufig Paraphenylendiamin (PPD) beigemengt, wie das Universitätsklinikum München berichtet.
Juckreiz, Rötungen, Knötchen und Bläschen
Der schwarze Farbstoff hat das Zeug zu einem so genannten Kontaktallergen, dass heißt, er kann, muss aber nicht bei Hautkontakt eine Allergie auslösen. Vor allem Produkte aus Nicht-EU-Ländern enthielten häufig erhebliche PPD-Mengen. Henna-Tattoos halten nur kurze Zeit auf der Haut, da sie nicht in tiefere Hautschichten gestochen werden, wie das bei dauerhaften Tattoos üblich ist. Dennoch dringt die Henna-Farbe in die obere Hautschicht ein. Dort entfaltet das PPD seine allergisierende Wirkung.
Nach Angaben der Mediziner kann es schon einige Tage nach der Henna-Tätowierung zu ersten Reaktionen wie Juckreiz, Rötungen, Knötchen und Bläschen kommen. Einige Patienten entwickelten darüber hinaus nässende, teilweise verkrustete Hautveränderungen innerhalb der Tattoo-Zeichnung. In schweren Fällen seien auch Beinödeme und Bläschen an Händen und Füßen möglich. Vereinzelt klagten die Betroffenen über Tage anhaltende schmerzhafte Schwellungen von Haut und Schleimhaut, Nesselsucht und sogar Asthma.
Beschwerden mit Antihistaminikum behandeln
In der Regel lassen sich die Beschwerden erfolgreich mit speziellen Arzneien wie Kortikosteroiden oder Antihistaminika behandeln. Doch eine einmal erworbene Allergie begleite den Patienten häufig lebenslang und habe weit reichende Konsequenzen, betonten die Ärzte.
PPD wird zum Färben von Haaren sowie von Leder und Pelzen verwendet. So könnten sich beim Tragen schwarzer Kleidung juckende und schuppende Hautveränderungen, teilweise mit Blasen an Händen und Füßen, bilden. Gravierender seien jedoch die Auswirkungen auf das Arbeitsleben: PPD und ähnliche Stoffe seien in bestimmten Berufen wie Friseur, Drucker, Textilverarbeiter oder Schuh- und Lederwarenverkäufer nur schwer zu vermeiden.