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Gesundheit Das Rauchen aufzugeben, heißt den Krebs zu bekämpfen

02.07.2002 ·  Rund zwei Drittel aller auf der Welt diagnostizierten Krebs-Neuerkrankungen könnten verhindert oder erfolgreich behandelt werden.

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„Krebs. Allein das Wort weckt Ängste vor einem stillen Killer, der in uns heraufkriecht, ohne dass es eine Warnung gibt.“ Die dramatischen Worte, die die Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Gro Harlem Brunlandt, zu Beginn der derzeit in Oslo laufenden Tagung der internationalen Krebsvereinigung fand, beschreiben treffend die Wirkung, die die gefährliche Krankheit schon vor ihrem Ausbruch in den Menschen erzeugt. Denn allein diese Angst vor dem Krebs lähmt viele Menschen bereits derart, dass sie eine Erkrankung nicht wahrhaben wollen. Ein fataler Umstand, denn ein frühzeitiger Kampf gegen den Krebs könnte alljährlich mehrere Millionen Neuerkrankungen vermeiden.

Bei zehn Millionen Menschen wird nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation in jedem Jahr Krebs diagnostiziert. Gemäß einer aktuellen, am vergangenen Montag vorgelegten Studie der WHO könnte ein Drittel der Fälle bei gezielter Vorbeugung vermieden werden. Ein weiteres Drittel ließe sich bei frühzeitiger Diagnose erfolgreich behandeln. Derzeit haben der Studie zufolge weltweit 20 Millionen Menschen Krebs; sechs Millionen sterben alljährlich an ihrem Leiden. Die Hälfte aller Fälle auf der Welt treten in den Industrienationen auf, in denen der Krebs die zweithäufigste Todesursache nach Herz- und Kreislauferkrankungen ist.

Gezielte Programme auch bei geringen Ressourcen

Die WHO scheint entschlossen, den Kampf gegen das häufig tödliche und vielfältige Leiden mit aller Kraft voranzutreiben. Dabei lässt die Organisation keinen Zweifel daran, dass nur rechtzeitige Diagnose und Vorbeugung zum Erfolg führen kann. „Wir können uns nicht auf Kosten von Prävention und Linderung auf Behandlungsmöglichkeiten verlassen“, betonte WHO-Direktorin Brunlandt in Oslo. Diese gelte auch für weniger entwickelte Länder: „Ungeachtet beschränkter Ressourcen eines Landes kann ein wohl durchdachtes und gut geführtes Programm die Situation in einem Staat und derer, die mit dem Krebs leben müssen, verbessern.“

Globale „Tabak-Epidemie“

Der schlimmste Krebsauslöser ist nach Erkenntnissen der WHO das Rauchen. Denn anders als beispielsweise eine falsche Ernährung und zu hoher Alkoholgenuss, die vor allem in Industrienationen das Krebsrisiko erhöhen, ist der Tabakgenuss ein weltweites Problem. „Die Eindämmung der globalen ,Tabak-Epidemie' hat für die WHO höchste Priorität“, betonte Brunlandt. Ein Hauptaugenmerk der Arbeit werde darauf gerichtet sein, die Menschen dazu zu bringen, gar nicht erst mit dem Rauchen zu beginnen oder gegebenenfalls ihnen zu helfen, vom Tabak wieder los zu kommen. Ein Beispiel: Die WHO lobte für den Sieger ihres „Quit and Win“-Contests 10.000 US-Dollar als Hauptpreis aus. 700.000 Raucher aus 80 Ländern beteiligten sich.

Zahl der Todesfälle wird weiter steigen

Trotz aller Initiativen die wird Zahl der Krebs-Todesfälle aber in 20 Jahren von sechs auf jährlich zehn Millionen steigen, befürchtet die Organisation. Voraussichtlich werden dann 15 Millionen Menschen pro Jahr neu an Krebs erkranken. Zu erklären sei diese Entwicklung mit dem zunehmenden Durchschnittsalter, der Abnahme von Todesfällen aus anderen Gründen (z.B. ansteckende Krankheiten) und der Zunahme einiger Krebsarten wie Lungenkrebs auf Grund des Rauchens. 2020 werden laut WHO mindestens 30 Millionen Menschen weltweit an Krebs leiden. Neue Entwicklungen bei der Früherkennung und der Prävention gäben aber Anlass, auf einen Erfolg zu hoffen.

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