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Sonntag, 12. Februar 2012
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Gespensterfest Der Markt zum Gruseln - Wirtschaftsfaktor Halloween

31.10.2004 ·  Süßes oder Saures? Seit Anfang der 90er Jahre wird Halloween auch in Deutschland gefeiert und läßt beim Einzelhandel die Kassen klingeln. Vampire, Hexen und Skelette spuken am 31. Oktober - ganz nach amerikanischem Brauch.

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Es ist buchstäblich ein Markt zum Gruseln: Vampire, Gespenster und Fratzen lauern in Schaufenstern, hocken in Regalen und geistern durch Freizeitparks. Ende der 90er Jahre überquerten die Dämonen aus Amerika den Ozean und kamen nach Deutschland. Inzwischen bringen sie neben Angst und Schrecken auch Geld in die Kassen von Händlern, Produzenten und Veranstaltern. Halloween am 31. Oktober ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor geworden.

Der Einzelhandel freut sich über den Trend. „Der Höhepunkt ist in diesem Jahr sicher noch nicht erreicht“, sagt Ulrike Hörchens vom Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE). Seit vier bis fünf Jahren wachse der Umsatz mit Halloween-Produkten stetig an. Man könne schon von einem Boom sprechen.

So beliebt wie Weihnachten und Ostern

„Halloween ist vom Einzelhandel als Ereignis voll erfaßt“, sagt Hörchens. Das gehe von Süßwaren über Getränke, Dekorationen für Haus und Garten, Kostüme und Masken bis hin zu speziellen CDs mit „Musik zum Gruseln“. Etwa sechs Wochen vor dem Stichtag beginne der Handel mit speziellen Dekorationen.

Laut Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie nimmt Halloween inzwischen den dritten Platz nach Weihnachten und Ostern ein. Allerdings schwanken die Umsätze. 2003 sanken sie im Vergleich zum Vorjahr um knapp 190.000 Euro auf rund 7,5 Millionen Euro. In diesem Jahr werde aber wieder mit einem Plus gerechnet, sagte ein Sprecher. Veranstalter profitieren ebenfalls von dem Fest. So spuken im Holiday Park bei Haßloch in Rheinland-Pfalz unter anderem Vampire durch eine
mittelalterliche Burg und treten bei Gruselparaden auf.

Leuchtende Kürbisse

Im Mittelpunkt von Halloween stehen jedoch ausgehöhlte und beleuchtete Kürbisse, die inzwischen ein Symbol für das Fest geworden sind. Auch in Deutschland sind Kürbisse aus den Auslagen der Gemüsehändler nicht mehr wegzudenken. Es ist zum Trendgemüse geworden.

„Wir haben vor sechs Jahren angefangen, Kürbisse anzubauen. Wegen Halloween hatten wir die Idee, den Anbau zu vergrößern“, berichtet Landwirt Heiner Bartels aus Wennerstorf in Niedersachsen. Das Interesse der Kunden sei stetig gestiegen. Vom gewöhnlichen Gartenkürbis wollten die Käufer aber nicht mehr viel wissen. „Da kommen inzwischen richtige Spezialisten“, meint der 34-Jährige. 70 verschiedene Sorten vermarktet er, zweieinhalb Hektar seiner Felder sind für die Kürbisse reserviert.

„Süßes oder Saures“

Bei der Landwirtschaftskammer Hannover haben sich die Experten auf das neu erwachte Interesse der Bauern am Kürbis eingestellt. „Die Beratungsanfragen nehmen zu“, sagt Sprecher Peter Wachter. Deshalb halten die Fachleute jetzt Tipps zu Sorten bereit oder helfen bei Pflanzenschutzfragen.

Doch an Halloween gibt es auch einige böse Geister, die zu weit gehen. Im nordrhein-westfälischen Essen soll Auswüchsen beim Treiben von Jugendlichen begegnet werden. Die Polizei hat dafür gemeinsam mit Vertretern von Kirchengemeinden, Schulen und Kindergärten die Arbeitsgruppe „Halloween“ gegründet. Im Vorjahr hatten Jugendliche mit dem Schlachtruf „Süßes oder Saures“ Anwohner bedroht oder Blumenkästen zertrümmert. Halloween sei kein Freibrief für
aggressives Betteln, warnt die Polizei.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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