Home
http://www.faz.net/-gum-6yqol
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
50 Plus

Gerichtsurteil Tai Chi und Kung Fu sind keine Kunst

Das Sozialgericht in Mainz hat darüber geurteilt, wieviel Kunst in chinesischer Kampfkunst steckt. Ein Trainer hatte gegen seine Rentenversicherung geklagt. Er verlor.

© dapd Vergrößern Positive Auswirkungen auf Körper und Seele wie hier an einem Märztag in Berlin: Nicht genug Kunst, entschied das Sozialgericht.

Selbständige Lehrer für Tai Chi und Kung Fu sind keine freischaffenden Künstler und deshalb rentenversicherungspflichtig. Das hat das Sozialgericht in Mainz nun entschieden und damit die Klage eines Trainers gegen die Rentenversicherung zurückgewiesen. Der Mann unterrichtet die aus der chinesischen Kampfkunst abgeleiteten Bewegungsübungen in Schulen und Sporthallen. Er argumentierte, er sei ein nicht versicherungspflichtiger Künstler, weil im Zentrum der von ihm gelehrten Übungen Formen ständen, die sich aus mehreren Bildern und Einzelbewegungen zusammensetzten, und die Darbietungen in Gruppen mit Ballettaufführungen vergleichbar seien.

Das Gericht sah es anders. Im Sozialrecht seien bei der Frage, was als Kunst zu bewerten sei, das Künstlersozialversicherungsgesetz, die allgemeine Verkehrsauffassung und historische Gesichtspunkte zu berücksichtigen. Der vom Kläger erteilte Unterricht sei „nach seinem Gesamtbild“ eher dem Unterricht eines Fitness- und Gymnastiklehrers als der Tätigkeit eines Künstlers zuzuordnen. So seien diese Bewegungsformen beispielsweise in China eine Art Volkssport, dessen Ziel es sei, auf Körper und Seele der Menschen positive Auswirkungen zu erzielen. Künstlerische Elemente bei Tai-Chi- und Kung-Fu-Übungen seien ähnlich wie bei der rhythmischen Sportgymnastik nicht ausreichend, um von einer darstellenden Kunst zu sprechen. (Aktenzeichen S 1 R 340/09)

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Chinas Werte Kultur ist bloß ein Taschenspielertrick

Zeugt der jüngste „Transformers“-Film vom endgültigen Triumph der chinesischen Kultur? Oder ist das kulturelle Selbstbewusstsein des Landes in Wirklichkeit doch gar nicht so groß? Mehr

08.08.2014, 16:10 Uhr | Feuilleton
Im Interview: Mainz-05-Präsident „Bei uns darf ein Trainer verlieren“

Ausgeschieden gegen einen griechischen Provinzklub - da haben viele für Mainz 05 nur Spott und Häme übrig. FSV-Präsident Strutz kündigt im Interview Verstärtkungen an und weiß: „Die nächsten Wochen werden knifflig.“ Mehr

08.08.2014, 15:27 Uhr | Sport
Quali-Aus in Tripoli Europa League ist nicht so Mainz

Wie vor drei Jahren auch, scheitert Mainz 05 schon in der Qualifikation für die Europa League. Das 1:3 bei Asteras Tripolis könnte zu einer Belastungsprobe der jungen Beziehung zwischen dem neuen Trainer Kasper Hjulmand und dem Klub werden. Mehr

07.08.2014, 22:04 Uhr | Sport

Rassismus-Vorwürfe Taylor Swift irritiert mit Stereotypen

Das neue Video von Taylor Swift soll Vorurteile gegen Schwarze schüren, dem Sohn von Action-Star Jackie Chan droht nach Rauschgiftmissbrauch eine Haftstrafe und Denzel Washington ist auf Entzug – der Smalltalk. Mehr 8

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden