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Gepanschter Alkohol : In Mähren neun Tote durch giftigen Schnaps

  • -Aktualisiert am

Der mit Methanol gepanschte Alkohol hat bis jetzt neun Tote gefordert Bild: dpa

Verunreinigter Alkohol hat mehrere Todesopfer in der Tschechischen Republik und in Polen gefordert. Nun versuchen die Behörden, mehr über die Herkunft des gepanschten Alkohols herauszufinden.

          Der Verzehr mit Methanol versetzten Alkohols hat in der Tschechischen Republik zahlreiche Menschenleben gefordert. Das bislang neunte Opfer, ein 42 Jahre alter Mann, starb in der Nacht zum Mittwoch in einem Krankenhaus im mährischen Znaim (Znojmo). Mährische Krankenhäuser behandeln mehr als 20 Patienten wegen Vergiftungen. Das Gesundheitsministerium rechnet mit weiteren Todesfällen. Anderen Opfern drohten Erblindung und zerebrale Dauerschäden. Die meisten Vergiftungen gab es in Nordmähren, wo die ersten Fälle am Donnerstag der vergangenen Woche gemeldet wurden. Weitere wurden kurz danach in Südmähren und in Mittelböhmen bekannt. Nach den Ermittlungen wurde der Methylalkohol mit gefälschten Etiketten eines Likörherstellers in Ostmähren in Umlauf gesetzt.

          Unterstützt von 200 Beamten des Gesundheitsministeriums überprüft die Polizei Gaststätten, Straßenhändler, Getränkeshops und Supermärkte. Ein Mann wurde festgenommen, der unter dem Verdacht steht, gefälschten Alkohol verkauft zu haben. Es konnte noch nicht geklärt werden, ob die Flaschen aus der Tschechischen Republik stammen oder importiert wurden. Zwei tödliche Methanolvergiftungen gab es dieser Tage auch im polnischen Kielce. Die tschechischen und polnischen Behörden arbeiten zusammen.

          Die sozialdemokratische Opposition wirft der tschechischen Regierung vor, durch Untätigkeit die Gesundheit der Bevölkerung zu gefährden. Es herrschten Zustände wie einst in den fünfziger Jahren oder in den Randprovinzen der Russischen Föderation, sagte der sozialdemokratische Parteivorsitzende Bohuslav Sobotka. Finanzminister Miroslav Kalousek habe den Import des gesundheitsschädlichen Alkohols nicht verhindern können und müsse wie auch der Landwirtschafts- und der Handelsminister zurückzutreten.

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