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Stiftung Warentest Hersteller sollen Produkte vor Tests gezielt verbessert haben

 ·  Die Stiftung Warentest hat eingeräumt, dass Unternehmen verstärkt versuchen, durch Produktverbesserungen im Vorfeld der Bewertung ihr Ergebnis zu verbessern. Jetzt soll die interne Kommunikation geändert werden.

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Mehrere Hersteller von Wasch- und Lebensmitteln haben in der Vergangenheit offenbar gezielt an der Qualität ihrer Produkte geschraubt, weil sie vorab von einer Untersuchung der Stiftung Warentest erfuhren. Ein solches Vorgehen sei eine fortlaufende Erfahrung der Stiftung, sagte ihr Leiter der Untersuchungsabteilung, Holger Brackemann, am Montag.

Damit bestätigte Brackemann Informationen, die aus einer Anfrage der Internetplattform populeaks.org hervorgingen. Auch Verbraucherschützer bestätigten, dass Unternehmen zunehmend feinfühlig bei öffentlicher Kritik seien. Die Sprecherin der Stiftung, Heike van Laak, hatte der Plattform von Produktveränderungen bei Waschmitteln berichtet. Dadurch wollten die Hersteller anscheinend besser abschneiden: „Nach der Testveröffentlichung ist dann wieder zur alten Rezeptur zurückgekehrt worden“, schrieb van Laak.

Manipulationsverdacht beim Orangensaft

Brackemann ergänzte, dass den Profi-Testern auch ein Fall aus der Branche der Getränkehersteller bekannt geworden sei: „Vor einem unserer Orangensafttests war in der Branche Unruhe.“ Daraufhin habe die Stiftung ihre Arbeitsabläufe verändert. Seitdem werde im Kuratorium, das den Test unterstütze, nur noch etwa von einem „Test von Säften“ gesprochen – ohne das genaue Segment zu benennen.

Offenbar seien über Sachverständige aus diesen Gremien Informationen an die Hersteller gedrungen, sagte Brackemann und erläuterte: „Es gibt ein sehr hohes Interesse der Wirtschaft, von unseren Tests vorab zu erfahren.“ Aus der jüngsten Vergangenheit gebe es keine Erkenntnisse über gezielte Veränderungen.

Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch bestätigte, dass Unternehmen zunehmend sensibler würden. Sprecher Andreas Winkler sagte: „Es ist für die Hersteller zunehmend schwieriger geworden, Kritik zu ignorieren. Das Thema Etikettenschwindel ist in den vergangenen Jahren in der Öffentlichkeit ein größeres geworden.“ Auch die Bundesregierung habe mittlerweile das Problem erkannt und das Informationsportal lebensmittelklarheit.de ins Leben gerufen.

Auch Foodwatch habe erlebt, dass Firmen unmittelbar reagieren, wenn ihren Produkten Ungemach droht. So habe die Marke Gutfried eine Kinderwurst vom Markt genommen, just nachdem Mitarbeiter von Foodwatch sich nach ihr erkundigt hatten. Erst vor wenigen Wochen stellte der Babykosthersteller Hipp Kindertees vom Markt, nachdem Foodwatch deren hohen Zuckergehalt öffentlich kritisiert hatte. Den Tees sei ein Preis für die „dreisteste Werbelüge“ verliehen worden. Mittlerweile verkaufe Hipp einfache Teebeutel statt Instant-Tees, sagte Winkler.

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19.11.2012, 17:57 Uhr

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