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Gentechnologie : Museum in Edinburgh zeigt ausgestopftes Klon-Schaf Dolly

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Professor Ian Wilmut mit der ausgestopften Dolly Bild: AP

Das Roslin Institute, an dem "Dolly" geklont wurde, spendete die sterblichen Überreste dem schottischen Nationalmuseum. Hier wurde das Schaf ausgestopft und steht jetzt auf einem strohbedeckten Sockel.

          Das Klonschaf „Dolly“ hat seine letzte Ruhestätte in einem schottischen Museum gefunden. Das Roslin Institute, an dem das Tier geklont wurde, spendete „Dollys“ sterbliche Überreste dem Nationalmuseum in Edinburgh. Hier wurde das Schaf ausgestopft und steht jetzt auf einem strohbedeckten Sockel. Es war weltweit das erste Säugetier, das durch das Klonen eines erwachsenen Tieres entstand.

          „Dolly“ wurde Sommer 1996 geboren, im Februar 1997 heizte die Bekanntgabe ihrer Erschaffung durch schottische Wissenschaftler Februar 1997 eine breite öffentliche Debatte über das Für und Wider der Gentechnik an. Am 14. Februar diesen Jahres wurde das sechs Jahre alte Tier wegen einer fortschreitenden Lungenerkrankung eingeschläfert.

          Klonen und Krankheit ohne Zusammenhang

          Ihre Schöpfer am Roslin Institute in Schottland sagten, dass es keinen Zusammenhang gebe zwischen „Dollys“ Erkrankung und der Tatsache, das sie geklont sei. Die Lungenadenomatose, unter der „Dolly“ litt, sei üblich bei Schafen höheren Alters. Die Viruserkrankung sei durch ein anderes Schaf im selben Stall übertragen worden.

          Ian Wilmut, Leiter von „Dollys“ Klon-Teams, sagte am Mittwoch beim Anblick des ausgestellten Schafs, er sei stolz, es dort zu sehen, zugleich aber auch traurig über seinen Tod. „So wird sie weiterhin die Menschen daran erinnern, dass hier in Edinburgh wissenschaftlicher Fortschritt betrieben wurde, der die Menschen zu verschiedenen Ansichten über diesen Aspekt der Biologie kommen lässt“, sagte Wilmut.

          "Dolly" war eine Sensation

          „Dollys“ Geburt war eine wissenschaftliche Sensation, obgleich schon zuvor Schafe aus Fötus- oder Embryonenzellen geklont wurden. Doch bis dahin war es unbekannt, ob sich auch die Zellen eines schon erwachsenen Tieres in neues Leben verwandeln könnten. Fortan mehrten sich die Bedenken, dass nun auch das Klonen von Menschen nicht mehr weit sei. Um „Dolly“ zu erschaffen, entnahmen die Forscher einer Eizelle ihre genetischen Informationen und ersetzte diese durch die einer Zelle eines erwachsenen Schafes. Der daraus im Labor gezüchtete Embryo wurde dann einem lebenden Schaf eingepflanzt, das „Dolly“ austrug.

          „Dolly“ die nach der amerikanischen Country-Sängerin Dolly Parton benannt wurde, hat in ihrem Leben zwei Mal auf natürlichem Wege Lämmer geboren. Das zeigte, dass auch Klone zu einer natürlichen Reproduktion in der Lage sind. Im vergangenen Jahr hatten „Dollys“ Schöpfer bekannt gegeben, dass ihr Schützling im relativ frühen Alter von fünfeinhalb Jahren eine Arthritis entwickelte. Einige Genetiker schlossen daraus, dass sich die biologische Uhr nicht durch Klonen zurückdrehen lasse. Eine abschließende Beurteilung über „Dolly“ steht noch aus. Das Roslin Institute teilte jedoch mit, dass eine Veröffentlichung in einer Wissenschaftlichen Zeitschrift innerhalb der kommenden Wochen geplant sei.

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